Kollegial auf den Spuren von Wilhelmine, Wagner und Weißbier in Bayreuth

Über 30 Lehrkräfte und Sekretärinnen des MGL machten sich am zweiten Februarwochenende auf den Weg nach Bayreuth zur Brauchtumspflege. Denn auch für den zweitätigen Ausflug des Kollegiums gilt: „Einmal ist keinmal (Würzburg 2024), zweimal ist Tradition (Schweinfurt 2025), dreimal ist Brauchtum.“

Aber auch abgesehen von der Zahl ging es heuer oft um das Brauchtum: Schließlich übernachtete man im ansprechenden Designhotel „Liebesbier“ vis à vis der Traditionsbrauerei Gebr. Maisel, genoss eine anregende Führung durch besagte Brauerei nebst Verkostung und tafelte anschließend im dazugehörigen Restaurant. Insbesondere Freunde der Braukunst kamen so auf ihre Kosten, denn die moderne Erlebniswelt bot im Rahmen der Führung beispielsweise die Gelegenheit, den eigenen Gaumen (verschiedene Braugersten) und die eigene Nase (verschiedene Duftproben von Hopfensorten) zu erproben. Wer wollte, konnte die Fachdiskussionen auch am Abend bei verschiedenen Kostproben aus dem Zapfhahn des Restaurants vertiefen.

Schon am Freitagnachmittag hatte der Ausflug für den einen oder anderen mit „Traditionspflege“ begonnen, denn etliche der Teilnehmer kannten Bayreuth aus ihren Studententagen. Wo hatte man als Student gespeist? Wo lag damals das Lieblingscafé? Wo war man ausgegangen? Solche Fragen und weitere Erinnerungen kamen auf, als man sich im Café Florian für die anschließende Stadtführung stärkte. Die Stadtführung verursachte angesichts der frischen Temperaturen zwar nicht permanent Wohlbehagen, brachte die Besucher aber mit den Bayreuther Traditionsgiganten in Kontakt: Natürlich drehte sich manche Erzählung um die Markgräfin Wilhelmine und den Wahl-Bayreuther Richard Wagner, deren jeweiliger Gestaltungswille Bayreuth bis heute ihren bzw. seinen Stempel aufdrückt.

Den kulturellen Abschluss am Samstagmittag bildete der bestens geführte Besuch des berühmten Markgräflichen Opernhauses. Einmal direkt in der Fürstenloge dem Absolutismus nachspüren, auf der Bühne stehend die Fassadenkunst der gemalten Szenerien bestaunen und im modernen Museum selbst die Kulissen der barocken Theaterkunst in Bewegung setzen – manch einer empfand diesen Schluss- als Höhepunkt.

Wenn Lehrer reisen, ist das Kulturprogramm zwar selbstverständlicher Bestandteil – schließlich bilden wir nicht nur unsere Schüler leidenschaftlich, sondern auch uns selbst (fort). Bei einem solchen Ausflug geht es jedoch um viel mehr: Da alle kurz aus dem üblichen Alltagsstress im Schulgebäude gerissen wurden, gab es reichlich Gelegenheit zum viel entspannteren zwischenmenschlichen Austausch. Deshalb – und aufgrund der reichhaltigen Verköstigungen – sind diese Ausflüge im Kollegium so beliebt. Beim üppigen Frühstücksbüffet sah man dementsprechend in zwar teilweise sehr müde, aber gelöste und dankbare Gesichter. Der große Dank geht vor allem an die Personalrätin Martina Stingl, die diesen trefflichen Ausflug perfekt geplant und vorbereitet hatte. Dass das liebgewonnene Brauchtum des Kollegenausfluges auch im nächsten Jahr gepflegt wird, gilt als ausgemacht.

Manuel Weskamp
gepostet am 28. Februar 2026