Gelebte Demokratie am MGL

Demokratie ist kein theoretischer Begriff, Demokratie muss aktiv gelebt werden. Dieser Überzeugung folgend arbeiten die AG „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und die Fachschaft PuG intensiv zusammen. Ziel ist es, mit möglichst vielfältigen Angeboten alle Schüler*innen des MGL zu erreichen und somit ein respektvolles Miteinander innerhalb und auch außerhalb der Schule zu fördern.

In diesem Schuljahr konnten bereits drei Aktionen geplant und durchgeführt werden.

Am 26.10.2023 besuchten die Schüler*innen des 10. Jahrgangs mit ihren PuG-Lehrkräften die Ausstellung „Sackgasse Extremismus“ in der Herzog-Otto-Schule. Bei dieser interessanten Ausstellung wurden Formen von Links- und Rechtextremismus beleuchtet. Die Schüler*innen konnten sich nicht nur über Formen der Radikalisierung informieren, sondern auch ihr Wissen darüber an verschiedenen Stationen aktiv testen, indem beispielsweise Symbole extremistischer Gruppierung erkannt und nach der jeweiligen Weltanschauung sortiert und zugeordnet werden mussten. Aber nicht nur das äußere Erscheinungsbild einiger extremer politischer Gesinnungen wurde aufgezeigt, sondern auch Kleidung, Musik und weitere Erkennungsmerkmale. Ein spannender Film stellte sehr eindrücklich dar, wie ähnlich sich extremistischer Gruppierungen eigentlich sind, vor allem in ihrer ablehnenden Haltung der Demokratie gegenüber. Ebenso demonstrierte der Filmbeitrag, wie leicht man in extremistische Kreise hineingeraten kann. Letztendlich waren sich die Schüler*innen einig, dass diese Ausstellung nicht nur interessante Einblicke in die Szene geliefert, sondern auch die Augen geöffnet hat für die Gefahren, die von solchen Gruppierungen ausgehen.

Am 17.11.2023 stand für eine Delegation von Schüler*innen des MGL ein besonderes Event auf dem Plan: das erste Treffen des zukünftigen Jugendforums des Landkreises Lichtenfels. Zwölf Schüler*innen des 11. Jahrgangs vertraten unsere Schule in der Katzogelhalle in Hochstadt. Weitere Vertreter*innen aus sämtlichen Schulen im Landkreis Lichtenfels waren anwesend und so füllte sich die Halle mit zahlreichen Jugendlichen, die schul- und altersübergreifend aktiv im Landkreis Lichtenfels mitarbeiten wollen. Nach dem Prinzip „demokratisch von Anfang an“ soll das Jugendforum in seiner gesamten Organisation von den Jugendlichen selbst geplant werden, so Landrat Christian Meißner. Zahlreiche Punkte standen auf der Tagesordnung: Wie oft soll sich das Jugendforum treffen? Mit welchen Themen soll es sich beschäftigen? Was wünschen sich die Jugendlichen für den Landkreis Lichtenfels. Langfristig dient das Forum dazu, Wunschprojekte von Kindern und Jugendlichen im Landkreis Lichtenfels umzusetzen. Am Ende des Vormittags blieb noch die Frage: „Könnt ihr euch vorstellen, in diesem Forum mitzuarbeiten?“ Die begeisterte, lautstarke Zustimmung in der Halle sprach für sich. So freuen sich unsere Schüler*innen, dass sie das MGL auch weiterhin vertreten dürfen und warten gespannt auf die konstituierende Sitzung des Forums.

Unter dem Thema „Antisemitismus erkennen und begegnen“ fand am 19.12.2023 ein eintägiger Workshop für die Mitglieder der AG „Schule mit Courage – Schule ohne Rassismus“ und die Klassensprecher*innen der Jahrgänge 9 und 10 statt. Der von der Deutschen Gesellschaft e.V. geleitete Workshop beschäftigte sich mit den verschiedensten Formen von Antisemitismus sowie mit der Frage, welche historischen Wurzeln dieser hat. Welche Vorstellung haben wir eigentlich von „jüdischem“ Leben? Was ist der Holocaust? Was unterscheidet den rassistischen Antisemitismus der NS-Zeit von Israelfeindlichkeit heutzutage? Gerade in der aktuellen Zeit und seit dem Angriff der Hamas auf Israel ist es besonders wichtig, den Unterschied zwischen möglicher Kritik an politischen Entscheidungen eines Staates und der Feindlichkeit gegenüber einem Volk oder einer Religion klar zu unterscheiden.
Neben praktischen Übungen, Fragebögen und Filmen war auch das Thema „Judenfeindlichkeit im Alltag“ wichtig. Die Schüler*innen berichtet selbst von Erfahrungen und diskutierten, wie man z.B. auf bestimmte Schimpfworte reagieren könnte. Hierbei wurde durch den Referenten auch auf „RIAS Bayern“ hingewiesen, eine Meldestelle vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit, Familie und Soziales, bei der antisemitische Vorfälle anonym gemeldet werden können und sollen. Dies ist wichtig, damit man einen Überblick bekommt, an welchen Orten Antisemitismus gehäuft auftritt und wo dementsprechend Maßnahmen nötig sind.
Zusätzlich zu den Kenntnissen aus dem Geschichts- und Religionsunterricht erhielten die Schüler*innen an diesem Vormittag vielfältige Einblicke und neue Erkenntnisse zu jüdischem Leben und Antisemitismus in Deutschland.

Die durch diese drei gelungenen Veranstaltungen hochmotivierte Courage-AG arbeitet bereits mit Hochdruck an weiteren Aktionen für ein demokratisches Miteinander.

Miriam Tischer
gepostet am 9. Januar 2024