Berlinfahrt 2026

Raus aus dem Klassenzimmer, rein in die Großstadt: Für die zehnten Klassen hieß es am Montag, den 13.04.2026, „Abfahrt nach Berlin“ statt Unterricht. Nach einer langen Busfahrt und der Ankunft im Hostel im Stadtteil Kreuzberg startete unser Berlintrip mit etwas Sightseeing quer durch das Regierungsviertel. Nach einem Gruppenfoto vor dem berühmten Brandenburger Tor wurden wir später im Paul-Löbe-Haus, bekannt als „Motor der Nation“, da hier die Sitzungen verschiedenster Ausschüsse zur Gesetzgebung stattfinden, von zwei Mitarbeiterinnen der Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner begrüßt. Diese erklärten uns sehr engagiert die Aufgaben der Abgeordneten sowie die unterschiedlichen Organe des Bundestages und beantworteten unsere Fragen rund um Politik. Anschließend durften wir von einer Zuschauertribüne den Plenumssaal, begleitet von einem interessanten Vortrag, live erleben. Das Highlight des Tages war die atemberaubende Aussicht auf das schimmernde Berlin bei Nacht von der einzigartigen gläsernen Kuppel des Reichstags.

Der nächste Tag startete mit einem Besuch des eindrucksvollen Holocaust-Mahnmals, das die Grausamkeiten und die hohe Opferzahl jüdischer Bürger des Holocausts auf eine bewegende Art zeigt. Im Anschluss besuchten wir auch die Mahnmale für die ermordeten Homosexuellen sowie Sinti und Roma.

Danach ging es für uns ins Deutschlandmuseum. Dort konnten wir 2000 Jahre deutscher Geschichte außergewöhnlich erleben. Die aufwendig gestalteten Räume, die nicht nur die Optik, sondern auch Geräusche und sogar Gerüche vergangener Zeiten kunstvoll nachstellten, gaben uns das Gefühl, diese selbst erlebt zu haben. Abgerundet wurde unsere Reise in die Geschichte von einer Führung an der ehemaligen Berliner Mauer in der Bernauer Straße.

Ein Programmpunkt, der sich deutlich von dem sonstigen Programm abhob, war der Besuch im Club Matrix am Dienstagabend. Durch den bunten Mix aus verschiedenen Musikrichtungen war für jeden etwas dabei – egal ob tanzend unter der Discokugel oder etwas ruhiger am Rand, am Getränk nippend. Auch die Lichteffekte und besondere Atmosphäre im Club trugen zur guten Stimmung des Abends bei.

Von Banksy bis zum Hobby-Sprayer – am Mittwochvormittag drehte sich alles um die berühmte Graffitikultur Berlins. Auf einer Tour durch die Stadt besichtigten wir zunächst Werke erfahrener Künstler sowie auch die illegalen Graffitis und erhielten dabei viele Einblicke in die Graffiti- und Street-Art-Kultur. Uns wurde erklärt, welche Regeln in der Szene gelten, wie respektvoll miteinander umgegangen wird und welche Bedeutung sich hinter den auf den ersten Blick unscheinbaren Werken versteckt. Durch die unterschiedlichen Stile und Techniken, die wir kennenlernten, waren wir perfekt auf den Praxisteil dieser Tour vorbereitet: An einer legalen Mauerfläche durften wir selbst das Sprayen ausprobieren. Alle Klassen überlegten sich jeweils einen passenden Schriftzug und setzten diesen mit Unterstützung des Guides mit Spraydosen um.

Der künstlerische Ausflug wurde durch einen Besuch der bekannten East Side Gallery abgerundet. Anschließend besuchten wir die Gedenkstätte Hohenschönhausen, ein Gefängnis aus DDR-Zeiten, und haben von Zeitzeugen Einblicke in die ehemaligen Haftbedingungen bekommen. Durch die bewegenden Erzählungen persönlicher Fluchtgeschichten, die uns beim Anblick der originalen Haftzellen, Gänge und Verhörräume sehr nahe gingen, haben wir die menschenverachtenden Methoden des DDR-Regimes bedrückend, aber realitätsnah erleben können.

Der Donnerstag begann für uns mit einem Ausflug zur bekannten Berliner Museumsinsel, ein Ort, der verschiedenste Museen und den Berliner Dom vereint. Dort erkundeten wir nach individuellen Interessen in Kleingruppen unterschiedlichste Museen- von Römern und Griechen, antiken Münzen, über Ägypten bis hin zum Pergamon-Museum mit einem beeindruckenden 360° Panorama als Highlight- war für jedes Interesse etwas dabei.

Ein wenig später saßen wir auch schon in einem Boot auf der Spree und konnten vom Wasser aus entspannt den Blick auf uns bereits beinahe vertraute Gebäude des Regierungsviertels genießen, bevor wir uns nach einer kleinen Shoppingtour auf dem Alexanderplatz dem Sport widmeten. Kurze Zeit später fanden wir uns im Olympiastadion wieder, wo wir die Möglichkeiten hatten, auf einzigartigen Plätzen zu sitzen – so bestaunten wir die Sicht auf das Stadion von der VIP-Tribüne, einem Ort, an dem sich sonst eher Kronprinzen, Präsidenten Staatssekretäre und andere very important persons als Schüler tummeln. Auch die Tiefgarage, die Umkleide, in der auch Messi höchstpersönlich schon Erfolge feierte, und der rote Teppich erlaubten uns in die glamouröse Welt der Spitzensportler einzutauchen.

Mit einem gemeinsamen Abendessen am Alexanderplatz ließen wir den Tag ausklingen und unsere Zeit in der Hauptstadt Revue passieren. Last but not least fand am Freitag unser Besuch im Berliner Naturkundemuseum statt, das zahlreiche Sensationen zu bieten hatte. Besonders beeindruckt waren wir von dem größten aufgebauten Dinosaurierskelett der Welt.

Danach traten wir schließlich unsere Heimreise an und sagten mit einem letzten Blick auf die Hauptstadt „Tschüss Berlin“!

– Celina Ludwig und Julia Zipfel (10c)
Miriam Tischer
gepostet am 6. Mai 2026