Exkursion des Kombikurses Französisch nach Bamberg zur Cinéfête

Wie fühlt es sich an, wenn man als Mädchen im Körper eines Jungen geboren wurde und deshalb überall aneckt? Wenn man dann auch noch deutlich gezeigt bekommt, wie sehr einen der eigene Vater ablehnt und verachtet, kann das zu einer tiefen Sinnkrise führen.

Die Hauptfigur Lionel, die sich selbst als Frau wahrnimmt und deshalb Lola nennt, sieht sich im Familiendrama „Lola vers la mer“ gleich mit mehreren existentiellen Problemen konfrontiert: Kurz vor ihrer finalen Geschlechtsumwandlung vom Jungen zum Mädchen stirbt die Mutter an Krebs und dem Vater wäre es am liebsten, erst gar nicht mehr mit dem eigenen Kind konfrontiert zu werden, zu dem schon länger kein Kontakt mehr besteht. Dennoch machen sich Lola und ihr Vater gemeinsam auf den Weg, um die Asche der Mutter im Meer zu verstreuen. Dabei geraten die beiden in einige handfeste Konflikte und sind gezwungen, sich mit den Werthaltungen und Lebenseinstellungen der anderen Generation auseinanderzusetzen. Den Anderen so zu respektieren, wie er ist, auch wenn er nicht den eigenen Vorstellungen entspricht, ist die zentrale Botschaft von „Lola vers la mer“.

Der Film über die Transgender-Thematik ist Teil des Programms zum diesjährigen Festival Cinéfête, zu dem das Bamberger Lichtspiel- und Odeon-Kino in Zusammenarbeit mit dem Institut Français im Herbst eingeladen hatte. Extra für die rund 28 Französischlernenden unserer Oberstufe (Q11 und Q12) wurde am Nachmittag des 25. Oktober der Kinosaal in der Luitpoldstraße für eine Sondervorstellung in französischer Sprache mit Untertiteln geöffnet.

Die Konfrontation mit diesem durchaus speziellen Thema empfanden alle als interessant, auch wenn es natürlich ganz schön anspruchsvoll und fordernd war, 90 Minuten Film in der Fremdsprache aushalten zu müssen. Vor allem die Unterschiede dieses belgischen Kinofilms zu amerikanischen Blockbustern stachen ins Auge und eröffnen vielleicht für den ein oder die andere neue Sehgewohnheiten jenseits des Mainstreams.

Endlich war es wieder einmal so weit: Das MGL konnte sich selbst feiern! Am vergangenen Freitag Nachmittag war auf dem Sportplatz, auf der Bühne der Turnhalle und der Aula des Gymnasiums so einiges geboten. Neben kulinarischen Angeboten, die fleißige Helferinnen und Helfer des Elternbeirats bestens organisiert hatten und die zum gemütlichen Beisammensitzen auf dem Hof und in einem schattigen Zelt einluden, stellten verschiedene Schülergruppen und AGs ihre Arbeit vor.

So konnten die zahlreichen Besucherinnen und Besucher unterschiedliche Stationen anlaufen und Informationen aus erster Hand von den Medienscouts erhalten, an einem Gewinnspiel der Umwelt-AG teilnehmen, die brandneue Schülerzeitung Meraniversum und das Buch „Corona und ich“ der Klasse 6a erstehen, ein interaktives Quiz ausfüllen und die Aktionen rund um die „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ kennenlernen. Auch selbstgemachte Kosmetik des Biologie-P-Seminars gab es zu erwerben und ein riesiger Bücherflohmarkt ließ die Herzen aller Leseratten höher schlagen. Kinder kamen beim Schminktisch der SMV und der Verbindungslehrerinnen auf ihre Kosten oder konnten sich beim Spielmobil und in der Hüpfburg austoben. Zu jeder vollen Stunde zeigten außerdem Schülerinnen und Schüler, was sie während des Schuljahres so alles auf die Beine gestellt haben. Musikalische Highlights setzten die Bigband und die noch ganz junge Schulband. Selbstgeschriebene Geschichten wurden vorgetragen und Turnerinnen und Turner zeigten atemberaubende Kunststücke, Tanz- und Theaterelemente und große Geschicklichkeit.

Ein herzlicher Dank geht an die gesamte Schulfamilie, die in der Vorbereitung und der Durchführung Tatkraft und Zusammenhalt gezeigt hat. Zahlreiche Eltern und Lehrkräfte waren als Gäste oder als aktive Helfer dabei und haben beim Auf- und Abbau und in Verkaufs- und Spülschichten angepackt. Unglaublich viele Schülerinnen und Schüler, darunter auch eine ganze Zahl von Ehemaligen, haben unser Fest lebendig gemacht und ihre Freude gezeigt, dass es endlich mal wieder etwas zu feiern gab. Danke vor allem an all die vielen Klassen, Teams und Gruppen mit ihren Lehrerinnen und Lehrern, die an Ständen und bei Vorführungen ihren Nachmittag verbracht haben oder im Vorfeld Tische gestellt und geschmückt, Geschirr getragen, Plakate geklebt und Bücher sortiert haben. Ihr wart spitze!

Kultureller Austausch hat immer zwei Seiten. Fast ein ganzes Schuljahr lang hat Jean-Baptiste Valentin, unser Fremdsprachenassistent aus Paris, den Unterricht der 11. Klasse Französisch begleitet und uns Wissen aus erster Hand vermittelt.

Jetzt, am Ende seines Aufenthalts, wollten wir uns revanchieren und ihm ein bisschen von der hervorragenden oberfränkischen Wirtshauskultur mitgeben. Leider spielte das Wetter nicht so mit, wie wir es uns gewünscht hatten, aber wir machten das Beste aus dem Abend und genossen gesellige Momente der deutsch-französischen Freundschaft.

Wir alle hoffen auf ein Wiedersehen mit Jean-Baptiste hier oder in Paris, bei dem die Mutigsten dann endlich einmal französische Delikatessen probieren wollen. Ob dann allerdings wirklich Schnecken und Froschschenkel den Weg in die deutschen Bäuche finden, bleibt abzuwarten.

– Kurs 1f1, Stefanie Rödel

Zwei Jahre Pandemie, zwei Jahre Schweigen: Nach langer Pause setzt sich die Serie der erfolgreichen Dichterlesungen am Meranier-Gymnasium Lichtenfels seit 1986 wieder fort – dank der großartigen finanziellen Unterstützung des Elternbeirats und des Vereins der Freunde und Förderer!

Dabei erwartete uns in mehrfacher Hinsicht ein doppeltes Glück, denn zu Gast waren an diesem Aprilscherz-Freitag tatsächlich gleich zwei hochkarätige Figuren der deutschen Literatur- und Kunstszene, nämlich Beststeller-Autor Volker Kutscher, der durch seine bis jetzt achtbändige Reihe rund um den Kriminalkommissar Gereon Rath (auch bekannt aus der Netflix-Serie „Babylon Berlin“) von sich reden gemacht hat, und die vor allem durch ihre Zeichnungen in der FAZ berühmte Illustratorin Kat Menschik.

Im Zentrum der Lesung stand ein kurzweiliger Einblick in das neueste Werk der beiden Autor*innen unter dem Titel „Mitte“, das im vergangenen Herbst beim Berliner Galiani-Verlag in der Reihe „Lieblingsbücher“ erschienen ist. Und um ein Lieblingsbuch handelt es sich hier tatsächlich. Extra für die Illustratorin Kat Menschik hat Volker Kutscher hier genauso wie im gemeinsamen Erstling „Moabit“ eine Nebenfigur des Rath-Kosmos‘ zum Leben erweckt. Wer sich für den Inhalt von „Mitte“ interessiert, der möge klicken.

Während Kutscher noch im Vorläufer-Bändchen die Lebensgeschichte von Charlotte Richter in den Blick nimmt und ihre dramatische Vorgeschichte erzählt, begegnet dem Publikum in „Mitte“ nun der Ziehsohn von Charlotte und Gereon Rath, Friedrich Thormann. So ungewöhnlich es ist, dass in unabhängigen Erzählungen Nebenfiguren einer Krimi-Reihe ein Eigenleben entwickeln, so erstaunlich ist es auch, wie es Kutscher und Menschik hier gelingt, einen völlig neuen und unvergleichlichen Stil zu erfinden. Einzig und allein in Briefen verfolgen die Leser*innen den 15-jährigen Fritze, der sich im Berlin der 1930er Jahre auf der Flucht vor der Gestapo befindet und im titelgebenden Stadtteil Mitte untertaucht. Dass ihm aber auch noch von ganz anderer Seite Gefahr droht, wird den Leser*innen fast schneller klar als dem jugendlichen Schreiber. Schriftstellerisch interessant ist die Erzählung gerade deshalb, weil ausschließlich Fritze selbst zu Wort kommt, indem er Briefe an Charlotte und seine Jugendfreundin Hannah schreibt. Obwohl die Antworten auf seine Texte fehlen, erschließt sich das Gesamtgeschehen beinahe ungesagt zwischen den Zeilen. Dieser Erzählkniff wird ergänzt von Menschiks Illustrationen, die nicht einfach nur Inhalte des Textes in Szene setzen, sondern darüber hinaus eine ganz eigene Ästhetik und Dynamik entwickeln. Durch dreifarbige Drucke werden zeitgenössische Aktenstapel, Schreibmaschinen und sogar Kaffeehaus-Tafeln zum Leben erweckt und laden das Auge zum Verweilen ein.

Unterhaltsam wie ihr Buch gestaltete sich auch der Auftritt des Duos. Neben Filmelementen, die die Arbeitsweise der Künstlerin illustrieren, und im Wechsel vorgetragenen Auszügen aus der Brieferzählung ließen Menschik und Kutscher auch Einblicke in ihre gemeinsame Arbeit zu und plauderten vor den insgesamt 300 Schülerinnen und Schülern ganz ungezwungen aus dem Nähkästchen. Die Fragen, die aus dem Publikum gestellt wurden, führten dazu, dass wirklich ein Dialog zwischen den Künstlern und ihren jugendlichen Zuhörer*innen entstehen konnte. Im Fokus standen dabei vor allem zwei Botschaften: Man muss im Leben Mut und Initiative zeigen, wenn man seine Ziele erreichen will. Und: Demokratie ist nichts Selbstverständliches, sondern wir müssen wie die Romanfiguren im Berlin der 1930er Jahre aktiv dafür arbeiten, sie uns zu erhalten.

Am Tag nach der Lesung ließ uns Kat Menschik per Mail noch etwas wissen: „Ich bin echt immer noch ganz beseelt und habe allen erzählt, wie toll die beiden Lesungen in Ihrer Schule waren. Wirklich, ganz zauberhafte Kinder haben Sie in Ihrer Schule! Ich bin sicher, dass sie gut durch ihre Abiprüfungen kommen werden!”

Endlich wieder etwas gemeinsam machen! Nach den langen Corona-Monaten nutzten die „Franzosen“ der 10A die Gelegenheit niedriger Inzidenzen, um bei einem fröhlichen Abendessen mit französischen Köstlichkeiten Abschied von der Mittelstufe zu nehmen. Auf der Speisekarte standen Baguette, Salzbutter (die Herr Mann fast alleine gefuttert hat – DANKE fürs Mitmachen!), Tarte Provençale, Flammkuchen, Tabouleh, Laugengebäck und leckere und hübsch verzierte Kuchen (Kreativpunkte für Maria!) und – typisch französisch – Grenadinen- und Zitronensirup in rauen Mengen.

Anschließend stand ein Kino-Abend auf dem Programm: Gemeinsam tauchten wir ein in die Welt des Erasmus-Studiums und waren ein Jahr zusammen mit dem Franzosen Xavier in Barcelona (Film: „L’auberge espagnole – ein Jahr in Barcelona“). Es bleibt zu hoffen, dass auch im nächsten Schuljahr solch schöne Begegnungen außerhalb des regulären Unterrichts möglich sein werden. Schön war’s mit euch! À refaire…