Der Wahlunterricht Umwelt-AG darf momentan zwar nicht stattfinden, schließlich wären dann Schüler/innen aus verschiedenen Klassen zusammen, aber der Verkauf am Montag in der Pause wird weiterhin durchgeführt. Die Verkäuferinnen sind alle aus einer Klasse (hier Mia, Valeria und Leni aus der 6b), sie halten die Hygieneregeln ein und sind noch dazu an der frischen Luft. Der absolute Verkaufsschlager ist natürlich die Gute Schokolade, jetzt sogar als Weihnachtsedition, aber eigentlich würden wir uns noch mehr freuen, wenn wir jeden Montag mindestens so viele Hefte und Blöcke aus Recyclingpapier verkaufen würden wie Tafeln Schokolade.

Denn durch das Verwenden von recyceltem Papier kann jeder Einzelne einen kleinen Beitrag zur Ressourcenschonung leisten. Und wenn viele kleine Leute viele kleine Schritte tun, kann daraus eine große Bewegung werden! Also bitte merken: Die Umwelt-AG verkauft immer montags nicht nur Schokolade sondern auch Hefte und Blöcke aus Recyclingpapier.

Was passiert, wenn elf Umwelt-AG-Mitglieder 45 Minuten nur 500 m Richtung Oberwallenstadt gehen? Sie sammeln einen großen Sack Restmüll, einen Haufen Metall, mindestens 50 Glasflaschen und ein Keramik-Abflussrohr. Das macht schon nachdenklich… Doch die Schüler/innen sind sich sicher, dass sie auf jeden Fall nochmal Müll sammeln gehen wollen: Man hat sofort das Gefühl der Umwelt etwas Gutes zu tun, es ist spannend, was man alles findet (eine Glasflasche mit Wienern?!), und das Hantieren mit den Greifern ist auch irgendwie lustig.

Herzlichen Dank an den Bauhof Lichtenfels, der uns Greifer, Müllsäcke, Handschuhe und Warnwesten bereitgestellt hat, an das Landratsamt für das Brotzeitgeld und an unseren Hausmeister für das fachgerechte Entsorgen des Metalls und des Abflussrohrs. Und herzlichen Dank an alle, die mitgemacht haben und sich nicht zu fein dafür sind, das, was andere wegwerfen, wieder aufzuheben!

Schon wieder Müll …

Jetzt stehen zwar zwei Mülltrennbehälter (Restmüll → schwarz; Plastikverpackungen/Alu → gelb; Papier/Pappe → grün) in der Aula, aber das bisschen Müll, das reingeworfen wird, ist auch noch falsch drin! Dieses ernüchternde Urteil musste sich die Umwelt-AG von einer Frau vom Fach anhören: Frau Odette Eisenträger-Sarter vom Zweckverband Abfallwirtschaft Coburg, Kronach, Lichtenfels kam am 6.10.2020 ans MGL.

Weil seit Gründung der Umwelt-AG letztes Schuljahr einige neue Mitglieder dazugekommen sind, die logischerweise beim Besuch des Müllheizkraftwerkes im Oktober 2019 noch nicht dabei waren, und das Müllheizkraftwerk dieses Jahr coronabedingt nicht besichtigt werden kann, kam Frau Eisenträger-Sarter kurzerhand zu uns ans MGL. Denn auch ihr ist es ein Herzensanliegen, immer wieder aufzuklären, warum man Müll trennen oder am Besten eigentlich gar nicht produzieren sollte. Denn alle Abfälle waren/sind Rohstoffe, die oft unter Schädigung von Natur und Mensch abgebaut werden. Das bekannteste Beispiel hierfür ist wohl das Plastik, das aus fossilem Erdöl hergestellt wird, und sowohl bei der Verwendung als auch nach dem Entsorgen für Mensch, Tier und Umwelt sehr schädlich sein kann. Deshalb sollten wir zuerst versuchen, gar keinen „Müll“ zu verursachen, und wenn es nicht mehr anders geht, den Müll so zu entsorgen, dass er noch recycelt werden kann. Besonders gut klappt das bei Papier, das in seiner recycelten Form z. B. in Zeitungspapier, Schulheften oder als Klopapier Verwendung findet, und auch bei Glas, das beliebig oft eingeschmolzen werden kann. Der Inhalt der gelben Tonne hingegen lässt sich nur schwer recyceln; zu vielfältig sind die Plastikarten oder Verbünde von unterschiedlichen Stoffen (z. B. Alu + Plastik + Papier), weshalb nur etwa 15% des gesammelten Verpackungsmaterials tatsächlich recycelt werden.

Deshalb gilt der Leitspruch: Müll 1. vermeiden 2. trennen 3. verwerten. Die Herausforderung für die 15 Umwelt-AG-Mitglieder ist es nun, die anderen ca 750 Schüler des MGL zum Vermeiden und Trennen von Abfall zu motivieren. Eine Anregung zum „Verwerten“ geben wir jetzt immer wieder montags in den Pausen: Wir verkaufen Schulhefte und Blöcke aus Recyclingpapier. Und als „Lockmittel“ bieten wir auch „Die Gute Schokolade“ von Plant for the Planet an. Denn Umweltschutz kann auch Spaß machen!

– Sabine Christof für die Umwelt-AG „Die Polkappen schmelzen!“ – Kohleausstieg – „Der Amazonas-Regenwald brennt!“ – Klimaerwärmung – „Der heißeste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen!“ – Klimakrise … Das sind die Schlagzeilen, mit denen unsere Kinder wie selbstverständlich aufwachsen und unter denen sie sich mehr oder weniger vorstellen können. Während manche Schüler äußerst informiert sind und sich sehr bemühen, „klimafreundlich“ und „nachhaltig“ zu leben, scheint andere die Klimakrise gar nicht zu interessieren, gerade so, als ob es sie nicht betreffen würde. Deshalb wollten wir von der Umwelt-AG eine Veranstaltung an der Schule, die jeder Schüler, von der 5. bis zur 12. Klasse besuchen darf und die altersgerecht die Themen Klimawandel, Energieerzeugung, Energienutzung und Zukunftsvisionen erklärt, aufzeigt, was der Einzelne tun kann und im besten Fall motiviert, die Zukunft „nachhaltig“ mitzugestalten.

Genau das versprach das Konzept der Multivision: ein geschulter Moderator führt zum Thema hin, man zeigt einen 20-minütigen Film und in der darauffolgenden Diskussion werden die Fragen der Schüler verständlich und kompetent beantwortet. Zur Vorbereitung wurden in jeder Klasse entweder im Geographie- oder Natur-und-Technik-Unterricht die Themen der Veranstaltung vorgestellt und ein paar Fragen der Schüler aufgeschrieben, die dann der Moderator im Vorfeld bekam, um sich seinerseits auf die häufigsten Schülerfragen vorzubereiten.
Am Montag, den 2.3.2020 war es dann so weit: Beim ersten Durchgang der Veranstaltung waren alle 5. und 6. Klassen in der Turnhalle dabei. So konnte Herr Simonis für die Unterstufe entsprechend erklären, dass wir alle mit unserem Energiehunger zur Erderwärmung beitragen: mit jeder Autofahrt und mit jedem Mal, wenn wir die Heizung aufdrehen.


Im Film wurde gezeigt, dass der Klimawandel schon heute viele Menschen hart trifft wie z.B. in der Sahelzone Afrikas, wo Verwüstung und Wasserknappheit zu schrecklichen Hungersnöten führen, während in anderen Regionen der Erde der Lebensraum von Menschen durch den steigenden Meeresspiegel zerstört wird oder zunehmende Extremwetterereignisse zu Naturkatastrophen führen.

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Und obwohl Klimaexperten schon lange warnen, dass wir am besten heute noch aufhören sollten, CO2 freizusetzen, lässt die Energiewende immer noch auf sich warten. Ein Zukunftsforscher erklärte, dass man nicht darauf warten darf, dass irgendjemand einem hilft, sondern dass man selbst aktiv werden muss. Wie zum Beispiel die Organisation „Plant for the Planet“ , die 1000 Milliarden Bäume pflanzen will, um CO2 aus der Atmosphäre zu filtern, oder eine junge Forscherin, die an einer Batterie arbeitet, die dazu beiträgt, dass erst gar kein CO2 frei wird. In der anschließenden Frage- und Diskussionsrunde wollten die Schüler unter anderem wissen, ob denn E-Autos tatsächlich die Lösung des Klimaproblems sind oder ob wir jetzt alle Vegetarier werden müssen. Herr Simonis erklärte, dass der E-Motor zwar um ein Vielfaches effizienter sei als ein herkömmlicher Verbrennungsmotor, dass aber trotzdem nicht jeder Mensch ein E-Auto wird fahren können, weil das sehr viele Rohstoffe kostet und gar nicht genug Strom zur Verfügung steht, der tatsächlich klimafreundlich erzeugt wird. Deshalb müssten wir andere Wege der Mobilität finden und z.B. viel mehr öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Er ermunterte die Schüler, dem Landrat oder Bürgermeister zu berichten, wo es zu wenig Busverbindungen gibt oder wo Fahrradwege fehlen, denn auch Kinder und Jugendliche würden gehört werden, wie man ganz eindrucksvoll am Beispiel der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg sieht. Zum Thema Ernährung erklärte er, dass für den Futteranbau viel Regenwaldfläche zerstört wurde und dass die Kühe durch das Methan, das sie ausstoßen, die Klimaerwärmung zusätzlich antreiben. Deshalb wäre es schon wünschenswert, wenn jeder seinen Fleischkonsum reduzieren würde, um auch die damit verbundenen negativen Auswirkungen zu minimieren. Dann war die Zeit auch schon um und die größte Gruppe mit ca. 240 Schülern war an der Reihe: zwei 10. Klassen und die gesamte Q11 und Q12.

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Herr Simonis passte die Anmoderation an das erwachsenere Publikum an, zeigte den Film und versuchte die Schüler zur Diskussion zu animieren, was ihm aber nicht so recht gelingen wollte. Eigentlich ist das wenig verwunderlich, denn nur wenige Schüler gehen so aus sich heraus, dass sie gerne vor über 200 Mitschülern diskutieren wollen. So bemerkte auch der Moderator am Ende dieses Durchgangs, dass er den Eindruck hatte, diese Schüler nicht wirklich erreicht zu haben.

Im Anschluss waren alle 7. und 8. Klassen an der Reihe und nach der Mittagspause die verbleibenden 10. Klassen und die 9. Klassen. Auch bei diesen Gruppen verlief die Diskussion teilweise sehr zäh und manche Schüler bemängelten, dass der Moderator ihre Fragen gar nicht beantwortet hätte. Vielleicht lag es auch daran, dass Herr Simonis alleine alle vier Durchgänge moderieren musste, obwohl eigentlich zwei Moderatoren angekündigt waren, die sich dann abwechseln hätten können und dadurch mehr Energie für die sicher sehr anstrengende Diskussionsrunden gehabt hätten. Außerdem war auch schade, dass es keine Mitmachaktionen für die Schüler gegeben hat. Beim Thema Ernährung hätte man z.B. die Schüler Insekten als klimafreundliche Proteinquelle der Zukunft probieren lassen können. Was ist also das Fazit dieser Veranstaltung? Die 90 Minuten waren auf jeden Fall informativ und auch unterhaltsam, schließlich war es mal wieder eine Alternative zum Schulalltag. Auch wenn wir uns von der Umwelt-AG irgendwie mehr erwartet hätten (Zitat Laura: „für den Preis* hätte ich mir wenigstens eine Lasershow erwartet!“), hat die Veranstaltung doch wieder dazu beigetragen, uns den dringend notwendigen Klimawandel erneut ins Bewusstsein zu rufen. Und was ist die Energievision 2050? Bäume pflanzen, Fahrrad fahren und weniger Fleisch essen? Klingt wenig visionär! Aber vielleicht ist genau das die Vision: Es gibt keine einfache, bequeme Lösung sondern wir alle müssen unser Verhalten verändern, auch wenn’s am Anfang ungewohnt ist, aber es geht!

– Sabine Christof für die Umwelt-AG

*Die Volksbank Lichtenfels-Ebern eG und die Stadtwerke Lichtenfels unterstützten das Projekt finanziell und der verbleibende Betrag wurde vom MGL übernommen. Vielen Dank dafür!