Im vergangenen Sommer wurde auch unsere Region von einer beispielslosen Trockenheit heimgesucht. Einmal mehr zeigte sich, dass die Klimakrise keine Ankündigung für eine ferne Zukunft ist, sondern dass sie längst stattfindet, auch gerade hier vor unserer Haustüre. Was können wir für den Schutz des Klimas tun? Dieser Fragestellung widmeten sich die jungen Leute der Umwelt-AG zusammen mit ihren Lehrkräften Sabine Christof (vierte von links) und Mandy Pülz (zweite von rechts), die den Anstoß zu einer Hilfsaktion gaben: Anlässlich des Weihnachtsbasars im Meranier-Gymnasium wurden von den Schülern Hefte und Blöcke aus Recyclingpapier, selbst hergestellte Naturkosmetik-Artikel und fair hergestellte Schokolade „Choco-4-change“ verkauft, um mit den Einnahmen den Bund Naturschutz (BN) zu unterstützen.

Foto: Andreas Gagel

Dabei kamen 219,50 € zusammen. Nach der Spendenübergabe diskutierte der BN-Kreisvorsitzende Anton Reinhardt (links außen) mit den jungen Umweltschützer*innen wie man auf einfache Weise Trinkwasser sparen, Regenwasser im heimischen Garten sammeln und Unterschlupfmöglichkeiten für Kleintiere schaffen könne. Günter Lutz, BN-Ortsvorsitzender, ermunterte die Jugendlichen, bei den nächsten Amphibienschutzaktionen oder Müllsammlungen des BN mitzuhelfen. Anton Reinhardt lobte die Jugendlichen für ihr Engagement und bedankte sich für die Geldspende, die der BN für Umweltbildungsmaßnahmen verwenden werde. Ein Dankeschön ging auch an Schulleiter Tom Carl (zweiter von links), der die Aktion wohlwollend begleitete. Im Nachklang erhielten alle Jugendlichen der Umwelt-AG Infohefte über Tiere und Pflanzen unserer Heimat.

– Anton Reinhardt

Am vergangenen Montag den 05.12.22 betrat die Umwelt-AG Neuland und erprobte sich zusammen mit weiteren interessierten Schüler/innen des MGL in der Herstellung von Naturkosmetik. Frau Scholz leitete im Auftrag von Frau Pülz und Frau Christof den Kurs für 14 interessierte Jugendliche aus den Jahrgangsstufen 5 bis 9.

In Zeiten von Überempfindlichkeiten auf chemisch hergestellte Kosmetika und Pflegeprodukte und deren oft in Plastik verkauften Umverpackungen konnten sich die Teilnehmer/innen ihre eigene Pflegecreme herstellen, welche abschließend in kleine Glas-Schraubgläsern abgefüllt wurde. Mit Zutaten wie Sonnenblumenöl, Mandelöl, Duftölauszügen, Woll- und Bienenwachs, ätherischen Ölen und viel Spaß entstanden wirklich tolle und gut duftende Cremes. Frau Scholz hatte bereits schon privat solche Cremes hergestellt und gab ihr Wissen mit viel Einsatzfreude gerne weiter. Alle Teilnehmer/innen wogen in Dreiergruppen ihre erwählten Zutaten ab, erhitzten, rührten und kühlten diese wieder herunter. Dabei entstanden echt überzeugende Pflegecremes. Die Endprodukte sind alle zart-cremig mit Naturprodukten und duften umwerfend. Auch die einen oder anderen Eltern waren von den Kostproben, welche ihre Kinder mit nach Hause brachten, sehr angetan.

Die Mädchen verrühren mit einem Milchaufschäumer den Aloe-Vera-Saft mit dem Öl-Wachs-Gemisch zu einer Zitronen-Vanille-Creme.

Als Fazit bleibt festzuhalten:

Die Aktion der Herstellung von Naturkosmetik ist eine super Idee gewesen. Es waren tolle Erfahrungen, wie leicht es doch ist, sich seine eigene Creme mit dem persönlichen Lieblingsduft herzustellen. Allen Teilnehmer/innen hat der Nachmittag außerhalb der üblichen Unterrichtsstunden sehr viel Spaß gemacht und sie konnten am Ende des Tages was Tolles mit nach Hause nehmen. Vielen Dank an Frau Scholz nochmal an dieser Stelle.

Vielleicht gibt es ja bald auch wieder eine Neuauflage des Kurses – ggf. mit weiteren Naturkosmetikartikeln. Wünschenswert wäre es.

– Franziska Morgenroth, 7c

Auch die zweite Aktion der Umwelt-AG wurde gut besucht: insgesamt 23 SchülerInnen aus den Jahrgangsstufen 5-8 kamen in den Chemiesaal zum Kinonachmittag. Wir schauten den preisgekrönten Dokumentarfilm „The Clean Bin Project“: Für ein Jahr messen sich Jen und Grant auf komödiantische Weise dabei, wer dem Konsum am besten abschwören kann und die geringste Menge an Müll produziert. Ihr unbeschwerter Wettbewerb zeigt auf ernüchternde Weise die Abfallprobleme in unserer Wegwerfgesellschaft auf.

Obwohl die ganze Umweltproblematik den meisten von uns bekannt sein dürfte, versuchen die Wenigsten ihre Lebensweise zu ändern. Wahrscheinlich sind wir einfach überfordert mit der Größe der Aufgabe. Da könnte der Tipp, der am Ende des Films dem Zuschauer mit auf den Weg gegeben wird, ein Anfang sein: Ändere erst mal eine Sache! Und dann noch eine und dann noch eine …

Ob nun Jen oder Grant weniger Müll produziert hat, wird hier natürlich nicht verraten. Aber eines ist klar: Auch bei unserem Kinonachmittag ist fast kein Müll entstanden, denn alle SchülerInnen haben fleißig geholfen, das komplette Popcorn zu vertilgen.

Wir freuen uns schon auf die nächste Aktion der Umwelt-AG!

– Frau Pülz und Frau Christof

Passend zu den Unterrichtsthemen Globalisierung und Entwicklung unternahm der Geographiekurs 2geo1 der 12. Jahrgangsstufe am 21.10.22 eine Exkursion nach Nürnberg. Aufgeteilt in zwei Gruppen erhielten die Jugendlichen eine konsumkritische Stadtführung, die vom Weltladen „Fenster zur Welt“ angeboten wurde.

Herr Schnitzlein führte seine Gruppe zuerst zur Straße der Menschenrechte. Zwischen den Säulen dieses beeindruckenden Kunstwerks erfuhren wir, dass die Menschenrechte auch heute noch in vielen Staaten der Erde massiv verletzt werden. Bei der nächsten Station lasen die Schüler eine Geschichte vor, was alles fehlen würde, wenn die in „Entwicklungsländern“ hergestellten Produkte aus unserem Leben verschwinden würden (Pullover, Kaffee, Wasserhahn…) Dabei wurde den meisten erstmals bewusst, wie abhängig jeder von ihnen von solchen Waren ist.

Die Gruppe mit Herrn Schnitzlein in der Fußgängerzone

Im Anschluss daran wurde die Textilindustrie etwas näher beleuchtet. Um herauszufinden, wo die Kleidung herkommt, die in Läden wie H&M, ZARA und adidas zum Kauf angeboten wird, sollten die SchülerInnen zu zweit oder dritt je ein billiges und ein teures Produkt einer Marke suchen und das Etikett fotografieren. Die Herstellungsländer markierten sie auf einer Weltkarte und stellten fest, dass ein Großteil der Textilien, sowohl die billigen als auch die teuren, in Ländern wie Bangladesch, Myanmar und China produziert wird. Einstürzende Fabrikgebäude, niedrige Löhne, verschmutzte Flüsse – die Arbeits- und Lebensbedingungen an diesen Produktionsorten sind oft unzumutbar und verletzen Menschenrechte.

Wie so oft gibt es auch hier keine einfachen Lösungen: Nachdem wir uns die Kleidungsstücke und Accessoires bei „Glore“, ein Laden der ausschließlich faire Ware anbietet, angeschaut hatten, stellten die SchülerInnen fest, dass das für sie auch keine Alternative wäre. Die Textilien sind gleich um ein Vielfaches teurer, der Stil ist eher zeitlos, aber nicht unbedingt modern und für Jungs gab es gar nichts. Spätestens als uns Herr Schnitzlein „Die Pyramide der Nachhaltigkeit“ zeigte, war klar, dass hemmungsloses Shoppen und nachhaltiger Konsum nicht zusammenpassen.

Die Pyramide des nachhaltigen Konsums. Quelle: minimalwaste.de

Obwohl die Jugendlichen die meisten Informationen wahrscheinlich schon mal irgendwo gehört hatten, schafften es die ehrenamtlichen Führer (Frau Fischermeier war für die andere Gruppe zuständig) durch ihr Engagement, bei den SchülerInnen sowohl Betroffenheit als auch Motivation zur Verhaltensänderung auszulösen. Es wäre schön, wenn das ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer gerechteren Welt für alle wäre.

Vielen Dank an die Veranstalter und alle SchülerInnen, die bei andauerndem Nieselregen trotzdem mitgemacht und nicht die Laune verloren haben.

Normalerweise wirft man sie einfach in den Restmüll: leer geschriebene oder defekte Stifte und Korrekturmittel. Doch seit das MGL beim Stifte-Recyclingprogramm von Terracycle zusammen mit der Realschule Bad Staffelstein mitmacht, landen diese Dinge in den Kartons in den Klassenzimmern. Die Mitglieder der Umwelt-AG staunten nicht schlecht, als sie die beklebten Schuhkartons leerten: Insgesamt 5,8 kg Stifte sind in den letzten vier Monaten zusammengekommen.

Frau Kellermann vorne links, Frau Christof und Herr Häfner (Umwelt-AG), Herr Endres (Schulleitung MGL) hinten und dazwischen die fleißigen Helfer*innen der Umwelt-AG

Frau Tina Kellermann, Organisatorin der Sammelaktion an der Realschule, kam freundlicherweise ans MGL, um die wertvolle Fracht abzuholen. Zusammen mit den Stiften, die an ihrer Schule gesammelt wurden, sind schon fast 20 kg voll und was normalerweise im Müll landet, kann nun zu Terracycle geschickt werden. Dort werden die alten Stifte zerkleinert und eingeschmolzen, um Plastikkügelchen herzustellen, welche für die Produktion neuer Plastikprodukte verwendet werden können. So werden Rohstoffe gespart und Müll vermieden. Die fleißigsten Sammler am MGL waren bisher übrigens im Neubau. Ihr könnt am Brett der Umwelt-AG nachschauen, welche Klasse am meisten gesammelt hat.

Mehr Informationen auf www.terracycle.de

Unter dem Motto „Die Erde braucht Freunde … auch in unserem Landkreis“ unterstützten Schüler des Meranier-Gymnasiums durch ihre Haus- und Straßensammlung die ehrenamtliche Arbeit des Bund Naturschutz. „Den jungen Leuten gelang es hervorragend, die Bevölkerung vom Nutzen unserer Arbeit für Mensch, Klima und Natur in unserer schönen Region am Obermain zu überzeugen“, so Anton Reinhardt, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Lichtenfels. Ein dickes Lob gab es von Schulleiter Thomas Carl, der den beachtlichen Sammelbetrag in Höhe von 1008 Euro gemeinsam mit den Lehrkräften Sabine Christof und Christian Häfner, welche die Umwelt-AG des Gymnasiums betreuen, an Anton Reinhardt überreichen konnten.

Schulleiter Thomas Carl (links), Lehrerin Sabine Christof von der Umwelt-AG des Meranier-Gymnasiums (2. von rechts) und BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt (rechts) freuten sich über das Engagement der Jugendlichen für die Unterstützung der ehrenamtlichen Naturschutzarbeit. Nicht mit auf dem Foto ist Lehrer Christian Häfner von der Umwelt-AG des MGL. Foto: Andreas Gagel

Dieser bedankte sich herzlich und informierte, wofür das Geld eingesetzt werde: „Wir möchten damit unter anderem Impulse zur Umweltbildung in unserem Naturerlebnisprojekt Mainau mit Schülern setzen, den Ankauf naturschutzfachlich wertvoller Grundstücke, wie zum Beispiel im oberen Schneybachtal oder den Erwerb eines Amphibien-Lehrkoffers mitfinanzieren.“ Die eifrigen Sammlerinnen und Sammler erhielten als Dankeschön für ihr Engagement kleine Aufmerksamkeiten, wie Wasserlaborsets, Anti-Stress-Bällchen oder Naturholzanhängerchen.

Text: Anton Reinhardt

Am Donnerstag, den 31.3.2022 durften je zwei SchülerInnen der 5ten und 6ten Klassen an der Schulung der Umwelt-Scouts teilnehmen. Sie sollten lernen und verstehen, was Müll mit Umweltschutz zu tun hat, ob man die berühmte „Klimaerwärmung“ auch schon in Lichtenfels spürt und welche Aufgaben ein MGL-Umwelt-Scout hat. Los ging es mit Frau Eisenträger-Sarter vom Zweckverband für Abfallwirtschaft Coburg, Kronach, Lichtenfels. Weil man die Müllverbrennungsanlage immer noch nicht besuchen darf, brachte sie kurzerhand jede Menge „Müll“ mit, den die SchülerInnen problemlos in die richtigen farbigen Mini-Mülltonnen einsortierten. „Wenn ihr Müll richtig trennt, bekommt ihr die Note 2, wenn ihr Müll vermeidet, bekommt ihr die Note 1 mit Stern“, erklärte die passionierte Fachfrau.

Die neuen MGL-Umwelt-Scouts der 5. und 6. Klassen

So verstanden die Kinder sehr schnell, dass man Papier und Pappe in die grüne Tonne wirft, um es zu recyceln und damit Holz zu sparen. Genauso gut funktioniert das Trennen und Wiederverwerten bei Glas und Metall, während Plastik in all seinen Erscheinungsformen ein richtiges Problem darstellt. Nur 15 % des gesammelten Verpackungsmülls würde tatsächlich recycelt, so Frau Eisenträger-Sarter, der große Rest werde verbrannt oder lande letztendlich im Meer. Dass Plastik dort lange Zeit großen Schaden anrichtet, war den Kindern schon bekannt, dass das Mikroplastik in Fischen vielleicht auch wieder auf unseren Tellern landet, war für manche überraschend.

Frau Eisenträger-Sarter erklärt nicht nur theoretisch wie man Müll trennt

Für die nötige Bewegung sorgte dann die kurze Exkursion mit Frau Thiem von der Umweltstation Weismain. Sie führte die Kinder von der vielbefahrenen Kronacher Straße, von der die Kinder eine Schnupperprobe nahmen, zur Friedenslinde. Dort war es nicht nur deutlich ruhiger, es roch auch noch besser, denn die Abgase der Autos, der „unsichtbare Müll“, waren von der guten Waldluft verdünnt. Diese wichtige Aufgabe werden unsere Wälder aber immer weniger leisten können, denn sie sind in Gefahr. Die Kinder sammelten herumliegende Baumrinden und mussten feststellen, dass in gut der Hälfte der Rinden Spuren vom Borkenkäfer waren. Die Umweltpädagogin erklärte, dass eine Vielzahl der Bäume durch die anhaltende Trockenheit als Folge der Klimaerwärmung zu schwach sei, um sich gegen den Schädling zur Wehr zu setzen. Sie sterben ab und müssen schnell gefällt werden um die weitere Ausbreitung der Käfer zu verhindern. Bei einem Rollenspiel wurde den Kindern klar, dass der Mensch die aktuelle rasante Klimaerwärmung vorantreibt. Trotzdem machte der Ausflug deutlich, wie schön es draußen ist und dass man die Natur unbedingt schützen muss.

Frau Thiem stellt mit den Umwelt-Scouts die Klimaerwärmung nach: wenn zu viele Treibhausgase in der Atmosphäre sind (Schülerreihe rechts im Bild) wird weniger Wärmestrahlung (Schüler links) wieder ins All zurückgestrahlt

Zurück am MGL wurden die Umwelt-Scouts vom Schulleiter Herrn OStD Carl und einer Vertreterin des Elternbeirats, Frau Biskupski, begrüßt. Beide freuten sich, dass die jungen Leute Verantwortung für die Umwelt übernehmen wollen. Frau Biskupski betonte, dass die Kinder in ihren Klassen nicht die „Umweltpolizei“ seien, sondern vielmehr mit gutem Beispiel vorangehen sollten. Manchmal stoße man als Umweltschützer auch auf Unverständnis, aber das dürfe man nicht persönlich nehmen. Sie regte an, dass sich die Umwelt-Scouts nach einiger Zeit zum Erfahrungsaustausch wieder treffen könnten. Zum Abschluss sammelten die Kinder mit den betreuenden Lehrern, Herrn Häfner und Frau Christof, Ideen, welche Aufgaben sie tatsächlich in ihren Klassen haben: z.B. darauf achten, dass beim Verlassen des Klassenzimmers Licht und Beamer ausgeschaltet sind, dass im Winter nur stoßgelüftet wird oder dass die Klassenkameraden beim Stifterecycling mitmachen. Außerdem wurde vereinbart, dass sie als „Multiplikatoren“ ihr Wissen über Umweltschutz ihrer Klasse weitergeben, indem sie kurz erzählen, was sie bei der Schulung gelernt haben.

Als kleines Dankeschön konnten die Kinder Gummibärchen, Nüsse und Kekse naschen, die im Unverpackt Laden (also ohne Plastikverpackung) gekauft worden waren und je eine Packung plastikfreien Kaugummi mit nach Hause nehmen. Und so wünschen wir den neuen MGL-Umwelt-Scouts viel Freude und Erfolg bei ihrer neuen und so wichtigen Aufgabe!

– Sabine Christof und Christian Häfner

Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der Umwelt-AG des Meranier-Gymnasiums begab sich mit Jennifer Thiem von der Umweltstation Weismain auf Spurensuche, um auf dem Mainau-Grundstück des Bund Naturschutz Wirkungszusammenhänge der Natur kennen und schätzen zu lernen.

BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt informierte: „Mit dem umweltpädagogischen Konzept, das wir im Laufe der nächsten Jahre auf dem 8500 Quadratmeter großen, innenstadtnahen Areal verwirklichen möchten, beabsichtigen wir, vor allem das Interesse junger Leute für die Natur zu wecken.“ Dieses betreute Naturprojekt wurde nun wieder gestartet und soll in den nächsten Monaten mit weiteren Aktionen fortgesetzt werden. Zum Auftakt erkundete man während eines zweistündigen Rundganges das Grundstück. Umweltpädagogin Jennifer Thiem hatte drei Schwerpunkte einer kurzen Beobachtungs- und Erklärungsphase gewidmet. Schnell wurden mit den betreuenden Lehrkräften Sabine Christof und Christian Häfner drei Kleingruppen gebildet, die die Hotspots „Stockwerkaufbau eines großen Baumes“, „Lebensraum Totholz“ und „Biberrevier“ im Grundstück ausfindig machten.

Über das große Interesse der jungen Leute von der Umwelt-AG des Meranier-Gymnasiums an den Wirkungszusammenhängen in der Natur auf dem Mainau-Grundstück des Bund Naturschutz freuten sich Jennifer Thiem von der Umweltstation Weismain (2. von rechts), BN-Kreisgruppenvorsitzender Anton Reinhardt (rechts) sowie die Lehrkräfte Sabine Christof (5. von links) und Christian Häfner (2. von links). Foto: Jan Ebert

Unter den zahlreichen Laubbaumarten fallen besonders stattliche Eichen, Eschen, Pappeln, Platanen und Birken auf. „Hier findet im obersten Stockwerk, den mächtigen Baumkronen, der Kampf ums Sonnenlicht statt. Das Blätterdach sorgt im Sommer für eine angenehme Luftfeuchtigkeit und Kühle. Außerdem wird natürlich der lebensnotwendige Luftsauerstoff durch die Photosynthese produziert und die Schadstoffe und der Staub aus der Luft gefiltert“, informierte Jennifer Thiem die Jugendlichen. Die darunter angesiedelte Strauchschicht biete Unterschlupf und Nistmöglichkeiten für zahlreiche Vogelarten. Die nächste darunter liegende Krautschicht trete erst in den Frühlingsmonaten zutage. Momentan sei vor allem noch die Laub- und Moosschicht dominierend. Den Abschluss im Boden selbst bilde die Wurzelschicht der Bäume, die für die Nährstoffaufnahme und die Standfestigkeit entscheidend sei. An etlichen Stellen des Areals liegen verschiedene Altstämme im mehr oder weniger langsamen Übergangszustand zum Totholz. Umweltpädagogin Jennifer Thiem verteilte einige Becherlupen, mit deren Hilfe die Schüler unter der Rinde einer mächtigen alten Birke, die offensichtlich durch Sturmschäden vor einigen Jahren stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, viele kleine Asseln, Würmchen und andere Kleintiere entdeckten. „Moose, Flechten und Pilze tun das Übrige, damit aus dem zu Mulm verwandelten Altholz wieder neues Leben in Form neuer Keimlinge sprießen kann“, hob Jennifer Thiem hervor und ergänzte mit Blick auf eine noch stehende schadhafte Birke: „Solches noch stehende Altholz ist für zahlreiche Spechtarten, Bilche und Vögel ein wichtiger Lebensraum, was an etlichen Löchern im Stamm zu erkennen ist.

Aber auch Fledermäuse und andere Kleinsäuger profitieren von den Spechthöhlen, die sie als willkommenen Unterschlupf nutzen können.“ Beim weiteren Rundgang fanden die Schüler in der Nähe des Mühlbachs deutliche Spuren des Bibers: Schräg durchgebissene Jungbäume, einzelne keilförmig abgenagte armstarke Bäume und abgenagtes Gebüsch. BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt meinte: „Die vielen aufkeimenden Jungpflanzen gleichen den Baumverlust insgesamt wieder aus. Der Biber erhöht in diesem Grundstück die Artenvielfalt, schafft neue Lebensräume und erhält die auwaldähnliche Gesamtstruktur, die auch der Hochwasserrückhaltung dient. Wir wollen zumindest in diesem Areal möglichst wenige Eingriffe des Menschen.“ Nachdem alle drei Schülergruppen im Wechsel an den drei Hotspots Informationen gesammelt hatten, traf man sich zum Abschlussgespräch. Das erste Erkundungstreffen der Umwelt-AG war offensichtlich ein voller Erfolg; denn alle Beteiligten nickten zufrieden, wollen gerne die Erkundungen fortsetzen und bedankten sich herzlich bei Umweltpädagogin Jennifer Thiem.

Auch andere Schulen des Landkreises können mit dem BN-Umweltbüro Kontakt aufnehmen, falls Interesse an diesem Projekt bestehen sollte. (Tel. 09571-2586, Di. u. Mi. 9-12 Uhr, Do. 14-17 Uhr oder E-Mail: lichtenfels@bund-naturschutz.de)

Was kann man für den Schutz von Boden, Wald, Wasser und Klima tun? Diese Frage beschäftigt die Umweltschützer*innen der Umwelt-AG nicht erst seit Schuljahresbeginn. Eine Möglichkeit ist der Pausenverkauf, den die Schüler*innen immer Mittwochs im Pausenhof durchführen. Dabei werden Collegeblöcke, Din A 4 Hefte und Din A 5 Vokabelhefte aus Recyclingpapier angeboten, um die Mitschüler zum Kauf der umweltfreundlichen Papierprodukte zu animieren. Der Verkauf läuft allerdings so schleppend, dass wir damit keine große Spende hätten machen können. Schließlich verlangen wir nur ein paar Cent mehr als der Einzelhandel.

Mit einer Spende unterstützt die Umwelt-AG den Bund Naturschutz. Kreisvorsitzender Anton Reinhardt (4.v.li.) dankt den Schüler*innen und den Lehrkräften Sabine Christof und Christian Häfner

Aber der Verkauf der weihnachtlich verzierten Schokoladentafeln von Gepa „Choco for Change“ ging wieder richtig gut. Pro Tafel verkaufter Schokolade werden 20 Cent an ein Klimaschutzprojekt gespendet, die „Kakaoproduzenten“ werden fair bezahlt und die „Schokoladenkonsumenten“ freuen sich auch. Den Erlös, immerhin 60€, übergab die Umwelt-AG vergangenen Mittwoch, 19.1.2022, dem Bund Naturschutz, in der Hoffnung, damit den Umweltschutz wieder ein Stück voranzubringen. Vielen Dank an alle Käufer und Verkäufer.

– Sabine Christof und Christian Häfner, Umwelt-AG

509 Schulen in Bayern erhalten für ihren Einsatz im vergangenen Schuljahr die Auszeichnung „Umweltschule in Europa/ Internationale Nachhaltigkeitsschule“. Der bayerische Naturschutzverband LBV, Umweltminister Thorsten Glauber und Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo beglückwünschen die prämierten Schulen, die diesen Titel nun ein Jahr lang tragen werden.

Die diesjährige Auszeichnung wird an Schulen vergeben, die sich im Schuljahr 2020/21 in zwei Handlungsfeldern für Umwelt und Nachhaltigkeit eingesetzt und durch konkrete Maßnahmen innerhalb der gesamten Schulgemeinschaft Schritt für Schritt in Richtung Nachhaltigkeit entwickelt haben.

Bei der MGL-Umweltschutz-Challenge während der Schulschließung war auf jeden Fall die ganze Schulfamilie aufgefordert, „konkrete Maßnahmen“ umzusetzen: Man sollte ein aussagekräftiges Foto knipsen, wie man etwas „Umweltfreundliches“ macht, dieses Foto dann auf Teams hochladen und kurz beschreiben, was man durchgeführt hat und warum das gut für die Umwelt ist. Unter allen Teilnehmern wurden 100 umweltfreundliche Preise (gestiftet vom Elternbeirat und vom Verein der Freunde und Förderer, vielen Dank dafür!) vergeben. In über 200 Beiträgen zeigten die MGLer, dass sie zum Beispiel lieber das Fahrrad benutzen, als sich mit dem Auto fahren zu lassen, dass sie regionale Lebensmittel einkaufen oder Hefte aus Recyclingpapier verwenden.

Ein weiteres Handlungsfeld der Umwelt-AG des MGL war und ist: Müll. Weil coronabedingt gleich zu Schuljahresbeginn kaum noch gemeinsame Treffen in der Schule möglich waren, sammelten engagierte Schüler/innen einfach den Müll entlang des Radwegs nach Oberwallenstadt. Und wir erreichten, dass endlich auch das Lehrerzimmer Sammelbehälter zur Mülltrennung bekam. Auch der Pausenverkauf konnte, so lange die Schule noch offen war, einmal die Woche im Pausenhof durchgeführt werden. Wir verkauften Hefte und Blöcke aus Recyclingpapier und vor allem Schokolade, deren Erlös Baumpflanzprojekte unterstützt. Das Geld wurde an den Bund Naturschutz gespendet.

Dieses Engagement überzeugte die Jury aus Mitgliedern des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, der Akademie für Lehrerfortbildung in Dillingen sowie des LBV als Koordinator dieser Auszeichnung.

Deshalb freuen wir uns sehr, dass sich das MGL auch das zweite Jahr in Folge „Umweltschule in Europa“ nennen darf, und verstehen die Auszeichnung als Verpflichtung und Ansporn, uns weiter zu engagieren (siehe „Müll“!). Vielen Dank an die Schulleitung für die Unterstützung und vor allem an alle „ehemaligen“ und aktiven Mitglieder der Umwelt-AG: Ihr seid Umweltschule! – Neue Mitglieder sind jederzeit herzlich willkommen!

– Sabine Christof und Christian Häfner, Leiter der Umwelt-AG

Damit wir auch während des Distanzunterrichts den Umweltschutz nicht vergessen, organisierte die Umwelt-AG die „MGL-Umweltschutz Challenge“: Schaffen wir zusammen 1000 Aktionen für unsere Erde? Dafür sollte man ein aussagekräftiges Foto anfertigen, wie man etwas „Umweltfreundliches“ macht, in dem extra dafür angelegten Team „MGL-Umweltschutz-Challenge“ hochladen und beschreiben, was man macht und warum das gut für die Umwelt ist. Um die Motivation zum Mitmachen zu erhöhen, konnten wir sogar 100 umweltfreundliche Preise ausloben, die vom Elternbeirat und vom Verein der Freunde und Förderer großzügig gespendet wurden. Teilnahmeberechtigt waren alle Mitglieder der Schulfamilie d.h. alle Schüler/innen, alle Lehrer/innen und alle, die sonst noch im Schulhaus tätig sind und Zugang zu Teams haben (von der OGS bis zum Sekretariat). Das waren zu Beginn der Challenge im April 823 Personen, so dass wir berechneten, wenn jeder einen Beitrag hochlädt und die besonders eifrigen Umweltschützer sogar zwei, dann müssten wir doch 1000 Aktionen schaffen!

Und es kamen unglaublich tolle Beiträge, die man nach wie vor auf Teams bewundern kann: Von der Schülerin, die Taschentücher aus Recyclingpapier verwendet und dazu beiträgt, dass keine neuen Bäume gefällt werden müssen. Vom Lehrer, der bei jedem Wetter mit dem Fahrrad zur Schule fährt und ganz viel CO2 einspart. Von der Sekretärin, die in ihrem Garten ein Insektenparadies angelegt hat und dadurch zum Artenschutz beiträgt, bis hin zu Schülern, die extra für die Umweltschutz-Challenge Müllsammeln waren. Es hat unheimlich Spaß gemacht, die Fotos anzuschauen und die Erklärungen dazu zu lesen und zu staunen, was man eigentlich alles Gutes für die Umwelt machen könnte, wenn man nur die Zeit oder die Idee oder die Motivation dazu hätte.

Die glücklichen Hauptpreisgewinner/innen mit den betreuenden Lehrkräften Herrn Häfner (hinten links) und Frau Christof (hinten rechts)

Am Ende der Challenge hatten wir über 200 Beiträge, ca. 75% davon von Schüler/innen, und waren natürlich etwas enttäuscht, dass wir von der erhofften Zahl so weit entfernt waren. Sollte das bedeuten, dass der Großteil der MGL-Schulfamilie gar kein Interesse am Umweltschutz hat? Wohl eher nicht. Tatsächlich haben viele MGLer mit Begeisterung die Beiträge betrachtet und so manch einer ist bestimmt inspiriert worden, z.B. auch wieder weniger Fleisch zu essen oder beim Kauf von Schulheften doch mal wieder auf den Umweltengel zu achten. Und deshalb freuen wir uns über jeden einzelnen umweltfreundlichen Beitrag genauso, wie wir uns mit den Gewinnern der Sachpreise freuen. Mit Hilfe einer Verlosungs-App wurden zehn Beiträge ermittelt, die die Hauptpreise gewannen. Die glücklichen Gewinner/innen konnten aus zehn „nachhaltigen Preisen“ aussuchen, etwa eine Emil-Flasche, eine Brotbox aus Edelstahl oder Gummibälle aus Naturkautschuk. Unter den übrigen Teilnehmern wurden dann, ebenfalls per Computer, die 90 Lospreise verteilt. Und so konnte sich der ein oder andere über z.B. eine Packung plastikfreien Kaugummi, Hefte aus Recyclingpapier oder hochwertige Shampooseife freuen.

Ja, Umweltschutz ist wirklich eine „Herausforderung“, aber eine, die wir immer wieder annehmen müssen, um unseren Kindern einen lebenswerten Planeten zu hinterlassen. Das MGL ist auf dem richtigen Weg, denn gemeinsam können wir viel bewirken.