„Theo leiht sich Geld von Mitschülerin Lisa. Allerdings bekommt diese ihr Geld nicht zurück. Theo will von einer Vereinbarung nichts wissen. Was soll Lisa jetzt tun?“
Mit diesem anschaulichen Beispiel nahm der Direktor des örtlichen Amtsgerichts, Matthias Huber, die Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs am Montag, den 04.05.2026, mit auf die Reise durch die Welt der Gesetze, Verordnungen und Regelungen. Wie könnte das Mädchen aus unserem Beispiel also reagieren? Eine Lehrkraft ansprechen? Theo Prügel androhen oder ihn gar verklagen? Die Ideen der Schülerinnen und Schüler waren vielfältig und tatsächlich ist der Rechtsweg meistens die Lösung, auch wenn es nur um 10 Euro geht, die man verliehen hat und nicht zurückbekommt. Der deutsche Rechtsstaat hat zum Schutz und zur Sicherheit der Bürge-rinnen und Bürger einiges zu bieten. So wies Direktor Huber auf die vielfältigen Hilfen durch den Staat hin, wie beispielsweise die Kostenübernahme für Verfahren und das Recht auf Vertretung durch einen Anwalt. Was bedeutet es eigentlich genau, in einem Rechtsstaat zu leben? Grund-sätzlich haben wir in unserer Demokratie die Freiheit, so zu leben, wie wir es wollen. Diese Freiheit wird immer dann eingeschränkt, wenn wir anderen schaden würden. Somit regelt der Rechtsstaat durch Gesetze, Verordnungen und vieles mehr, wie sich jeder in unserer Gemein-schaft zu verhalten hat. Dies dient der Sicherheit aller.
Im weiteren Verlauf ging Matthias Huber ausführlich auf das Grundgesetz und die Institutionen ein, die Recht und Ordnung „schaffen“ (Legislative), anordnen (Judikative) und schließlich durchführen (Exekutive). Über Grundsätze wie Rechtssicherheit und Rechtsgleichheit kam schließlich die Frage auf, ob denn nun wirklich jedes Verfahren vor Gericht gebracht wird. Na-türlich wird vieles im Vorfeld geklärt und geschlichtet, sodass nicht jede Nachbarschaftsstrei-tigkeit wirklich beim Richter landet.
Das Beispiel leitete zum zweiten Teil der Veranstaltung über, in dem es um Berufsmöglichkeiten im juristischen Bereich gehen sollte. Unterstützt und begleitet von Rechtspfleger Daniel Müller-Punzelt wurde den Schülerinnen und Schülern ein umfassender Einblick in das Jurastudium an der Universität und das duale Studium zum Diplom-Rechtspfleger gegeben, das auch mit Fach-hochschulreife möglich ist. Auch Ausbildungsberufe, wie z. B. der Justizfachwirt, wurden ange-sprochen. Matthias Huber führte weiter aus, dass nicht jedes Jurastudium am Gericht enden müsse. So gebe es vielfältige Möglichkeiten nach Abschluss des Studiums, beispielweise im Ver-sicherungsbereich oder Finanzwesen.
Der interessante Nachmittag endete mit einer Fragerunde, bei der unterschiedlichste Themen angesprochen wurde. Direktor Matthias Huber und Rechtspfleger Daniel Müller-Punzelt be-antworteten geduldig und engagiert alle Fragen der Schülerinnen und Schüler, angefangen bei der Neutralität der Robe bis hin zu Verdienstmöglichkeiten und moralischen Fragen nach Recht und Gerechtigkeit. Die Referenten gaben außerdem persönliche Einblicke in ihre berufliche Laufbahn und ihren Arbeitsalltag bei Gericht. Interessant war auch der Hinweis auf mögliche Praktika bei Gericht für Schülerinnen und Schüler.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei Matthias Huber und Daniel Müller-Punzelt für ihre Zeit und die überaus informative „Verfassungsviertelstunde“.
Raus aus dem Klassenzimmer, rein in die Großstadt: Für die zehnten Klassen hieß es am Montag, den 13.04.2026, „Abfahrt nach Berlin“ statt Unterricht. Nach einer langen Busfahrt und der Ankunft im Hostel im Stadtteil Kreuzberg startete unser Berlintrip mit etwas Sightseeing quer durch das Regierungsviertel. Nach einem Gruppenfoto vor dem berühmten Brandenburger Tor wurden wir später im Paul-Löbe-Haus, bekannt als „Motor der Nation“, da hier die Sitzungen verschiedenster Ausschüsse zur Gesetzgebung stattfinden, von zwei Mitarbeiterinnen der Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner begrüßt. Diese erklärten uns sehr engagiert die Aufgaben der Abgeordneten sowie die unterschiedlichen Organe des Bundestages und beantworteten unsere Fragen rund um Politik. Anschließend durften wir von einer Zuschauertribüne den Plenumssaal, begleitet von einem interessanten Vortrag, live erleben. Das Highlight des Tages war die atemberaubende Aussicht auf das schimmernde Berlin bei Nacht von der einzigartigen gläsernen Kuppel des Reichstags.
Der nächste Tag startete mit einem Besuch des eindrucksvollen Holocaust-Mahnmals, das die Grausamkeiten und die hohe Opferzahl jüdischer Bürger des Holocausts auf eine bewegende Art zeigt. Im Anschluss besuchten wir auch die Mahnmale für die ermordeten Homosexuellen sowie Sinti und Roma.
Danach ging es für uns ins Deutschlandmuseum. Dort konnten wir 2000 Jahre deutscher Geschichte außergewöhnlich erleben. Die aufwendig gestalteten Räume, die nicht nur die Optik, sondern auch Geräusche und sogar Gerüche vergangener Zeiten kunstvoll nachstellten, gaben uns das Gefühl, diese selbst erlebt zu haben. Abgerundet wurde unsere Reise in die Geschichte von einer Führung an der ehemaligen Berliner Mauer in der Bernauer Straße.
Ein Programmpunkt, der sich deutlich von dem sonstigen Programm abhob, war der Besuch im Club Matrix am Dienstagabend. Durch den bunten Mix aus verschiedenen Musikrichtungen war für jeden etwas dabei – egal ob tanzend unter der Discokugel oder etwas ruhiger am Rand, am Getränk nippend. Auch die Lichteffekte und besondere Atmosphäre im Club trugen zur guten Stimmung des Abends bei.
Von Banksy bis zum Hobby-Sprayer – am Mittwochvormittag drehte sich alles um die berühmte Graffitikultur Berlins. Auf einer Tour durch die Stadt besichtigten wir zunächst Werke erfahrener Künstler sowie auch die illegalen Graffitis und erhielten dabei viele Einblicke in die Graffiti- und Street-Art-Kultur. Uns wurde erklärt, welche Regeln in der Szene gelten, wie respektvoll miteinander umgegangen wird und welche Bedeutung sich hinter den auf den ersten Blick unscheinbaren Werken versteckt. Durch die unterschiedlichen Stile und Techniken, die wir kennenlernten, waren wir perfekt auf den Praxisteil dieser Tour vorbereitet: An einer legalen Mauerfläche durften wir selbst das Sprayen ausprobieren. Alle Klassen überlegten sich jeweils einen passenden Schriftzug und setzten diesen mit Unterstützung des Guides mit Spraydosen um.
Der künstlerische Ausflug wurde durch einen Besuch der bekannten East Side Gallery abgerundet. Anschließend besuchten wir die Gedenkstätte Hohenschönhausen, ein Gefängnis aus DDR-Zeiten, und haben von Zeitzeugen Einblicke in die ehemaligen Haftbedingungen bekommen. Durch die bewegenden Erzählungen persönlicher Fluchtgeschichten, die uns beim Anblick der originalen Haftzellen, Gänge und Verhörräume sehr nahe gingen, haben wir die menschenverachtenden Methoden des DDR-Regimes bedrückend, aber realitätsnah erleben können.
Der Donnerstag begann für uns mit einem Ausflug zur bekannten Berliner Museumsinsel, ein Ort, der verschiedenste Museen und den Berliner Dom vereint. Dort erkundeten wir nach individuellen Interessen in Kleingruppen unterschiedlichste Museen- von Römern und Griechen, antiken Münzen, über Ägypten bis hin zum Pergamon-Museum mit einem beeindruckenden 360° Panorama als Highlight- war für jedes Interesse etwas dabei.
Ein wenig später saßen wir auch schon in einem Boot auf der Spree und konnten vom Wasser aus entspannt den Blick auf uns bereits beinahe vertraute Gebäude des Regierungsviertels genießen, bevor wir uns nach einer kleinen Shoppingtour auf dem Alexanderplatz dem Sport widmeten. Kurze Zeit später fanden wir uns im Olympiastadion wieder, wo wir die Möglichkeiten hatten, auf einzigartigen Plätzen zu sitzen – so bestaunten wir die Sicht auf das Stadion von der VIP-Tribüne, einem Ort, an dem sich sonst eher Kronprinzen, Präsidenten Staatssekretäre und andere very important persons als Schüler tummeln. Auch die Tiefgarage, die Umkleide, in der auch Messi höchstpersönlich schon Erfolge feierte, und der rote Teppich erlaubten uns in die glamouröse Welt der Spitzensportler einzutauchen.
Mit einem gemeinsamen Abendessen am Alexanderplatz ließen wir den Tag ausklingen und unsere Zeit in der Hauptstadt Revue passieren. Last but not least fand am Freitag unser Besuch im Berliner Naturkundemuseum statt, das zahlreiche Sensationen zu bieten hatte. Besonders beeindruckt waren wir von dem größten aufgebauten Dinosaurierskelett der Welt.
Danach traten wir schließlich unsere Heimreise an und sagten mit einem letzten Blick auf die Hauptstadt „Tschüss Berlin“!
– Celina Ludwig und Julia Zipfel (10c)Vom 11. bis zum 14. Oktober 2025 fand im Deutschen Bundestag in Berlin das Planspiel „Jugend und Parlament“ statt. Im Rahmen meiner Seminararbeit im Fach Politik zum Thema „Zwischen Lichtenfels und Berlin – Die Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner als Beispiel für Frauen in der Politik“ hatte ich als Schülerin des Meranier-Gymnasiums die Möglichkeit, daran teilzunehmen. Emmi Zeulner lud mich hierfür persönlich ein und ermöglichte mir spannende Einblicke in den politischen Alltag.
Die Anreise erfolgte am Samstagmorgen mit dem Flixbus. Nach unserer Ankunft im Hotel trafen wir uns am Paul-Löbe-Haus, wo wir unsere Rollen und Landesgruppen zugeteilt bekamen. Nach einer Begrüßung im Plenarsaal und einer Führung durch die Bundestagsgebäude ließen wir den Tag mit ersten Treffen in unseren Fraktionen ausklingen.
Am zweiten Tag begann das Planspiel offiziell. In unseren Rollen führten wir Wahlen durch, arbeiteten in Fraktionen und diskutierten erste Gesetzesentwürfe in Arbeitsgruppen. Ein besonderes Highlight war der Besuch der Kuppel des Bundestags am Abend.
Der Montag startete mit einer ersten Debatte im Plenarsaal sowie weiteren Sitzungen in Ausschüssen und Arbeitsgruppen. Zwar war Emmi Zeulner an diesem Tag nicht vor Ort, dennoch erhielt ich durch ihre Mitarbeiterin interessante Einblicke in den Arbeitsalltag im Bundestag.
Am letzten Tag fand die große Plenardebatte statt, bei der wir unsere Ergebnisse präsentierten und diskutierten. Die Atmosphäre war dabei erstaunlich realistisch. Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Fraktionen, die vom ZDF aufgezeichnet und medial begleitet wurde. Dabei hatten wir die Möglichkeit, Fragen zur aktuellen Politik zu stellen. Am Abend hatte ich schließlich noch die Gelegenheit, persönlich mit Emmi Zeulner zu sprechen. So konnten wir trotz ihres vollen Terminkalenders noch etwas Zeit miteinander verbringen, bevor ich mit dem Flixbus meine Heimreise antrat.
Mein Aufenthalt in Berlin war sehr interessant und bereichernd. Ich bin äußerst dankbar für die Möglichkeit, dass ich am Planspiel teilnehmen durfte. Besonders die neu geknüpften Kontakte und die gewonnenen Erfahrungen machen dieses Erlebnis für mich einzigartig und unvergesslich.
– Frieda Müller (Q13)Musik statt Pausenlärm: Am Mittwoch, den 11.03.2026, wurde die Aula des MGL in der zweiten Pause wieder zur Konzertbühne. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler versammelten sich, um das Pausenkonzert der Schulband „Kein Empfang“ zu erleben. Den Auftakt machte die Band mit dem Lied „Der letzte Song“ von Kummer und sorgte damit gleich für gute Stimmung. Durch das Programm führte Schülersprecher Dominik Stumpf.
Das Pausenkonzert ist ein gemeinsames Projekt der Courage-AG, des Technikteams und der Schulband anlässlich des Internationalen Tages gegen Rassismus. Neben der Musik bildet die Bekanntgabe der Gewinnerinnen und Gewinner des jährlichen Poesiewettbewerbs der Courage-AG einen besonderen Programmpunkt. Der Wettbewerb stand dieses Jahr unter dem Motto „Deine Stimme zählt!“ und griff Themen wie persönliche Wünsche, Träume, aber auch Weltpolitik auf.
Zwischen den Songs – darunter „Angst frisst Demokratie“ von Paula Carolina und „End of Beginning“ von Djo – wurden die Siegerinnen und Sieger des Wettbewerbs vorgestellt.
In der Unterstufe überzeugte das Gedicht „Realität“ von Emilia Krauß (7c), Filine Fuhrmann (7c) und Rebecca Groß (7c) besonders. In der Mittelstufe gewann Nico Klewno (10b) mit seinem Text „Maler ohne Gesicht“. In der Oberstufe setzte sich Noah Klaus mit dem Beitrag „Diese eine Partei“ durch. Die Preise überreichte Dominik Stumpf, während Schulleiter Tom Carl den Gewinnerinnen und Gewinnern zu ihren gelungenen Beiträgen gratulierte. In diesem Jahr konnten sich die Preisträger wieder über Notizbücher, Kinogutscheine und Bücher freuen.
Mit viel Applaus aus dem Publikum endete schließlich das dritte Pausenkonzert und damit eine abwechslungsreiche, besondere Pause am MGL.
Die Courage-AG bedankt sich bei allen Teilnehmenden des Wettbewerbs sowie dem Förderverein und dem Bündnis „Demokratie leben“ für die großzügige Finanzierung der Preise.
Hier geht es zu den Gewinnertexten.
– Elisa Holzinger, Klasse 9a
Nähmaschine, Teleskop und Slackline, das alles und nicht nur Bücher gibt es in der Stadtbücherei Lichtenfels auszuleihen. Davon überrascht waren auch die 5. Klassen des Meranier-Gymnasiums bei ihrem dortigen Besuch. Mit viel Geduld und Fachwissen führten Frau Hänel und Frau Knorr die gespannten Schülerinnen und Schüler durch die engen Gänge. Bei einem Suchspiel konnten die Kinder schließlich unter Beweis stellen, dass sie sich im vielfältigen Medien- und Themenangebot zurechtfinden. Großes Interesse fand die Comic- und Mangaabteilung. Aber auch das Themenregal zur Harry-Potter-Reihe stieß auf Zuspruch. Einige Fünftklässler nutzten die Gelegenheit, sich mit einer Lektüre für die Sommerferien einzudecken. Denn wie jedes Jahr können Schüler bis zur 5. Jahrgangsstufe am Sommerferien-Leseclub teilnehmen und tolle Preise gewinnen.
Wir bedanken uns beim Bücherei-Team und hoffen, nächstes Jahr wieder kommen zu dürfen, dann vielleicht in den großen neuen Räumlichkeiten!
– Isabell Dorsch und Miriam Tischer„Du bist aufstrebender Reporter, der sich auf Live-Berichterstattung spezialisiert hat“ oder „Du bist Ministerpräsidentin eines Bundeslandes in Neuland“ – so lauteten zwei der vielen Beschreibungen, die auf den Rollenkarten zu lesen waren.
Am 29.04.2025 schlüpften über 70 Schülerinnen und Schüler aus den 11. Klassen in eine Rolle, die sie in den folgenden fünf Stunden mit Leben füllen mussten. Sie alle waren Teil des Planspiels „Wer regiert Neuland?“, das die Organisation CRISP aus Berlin speziell für Schulen entwickelt hat.
Unter der Leitung von Frederick Broers, der zuvor im Bereich der multilateralen Partnerschaften bei UNDP sowie für Amnesty International Niederlande gearbeitet hat, erarbeiteten sich die Schülerinnen und Schüler ein umfassendes Bild über aktuelle politische Themen, die bei der Bildung einer Regierungskoalition derzeit wichtig sein könnten. Neben Fragen zur Migration stand beispielsweise auch der Klimawandel auf der Tagesordnung.
Basierend auf den Wahlergebnissen der letzten Bundestagswahl wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beliebig den Parteien zugeordnet. Einige Schülerinnen und Schüler übernahmen die Rolle der Pressevertretung. Nach einer Einarbeitungsphase begannen die ersten Annäherungen und Verhandlungen innerhalb der Partei und später über Parteigrenzen hinaus.
Diskussions- und Kompromissbereitschaft waren gefragt und einige hitzige Debatten verlangten den Schülerinnen und Schülern einiges ab. Es wurde verhandelt, abgewogen, abgestimmt und wieder verworfen. Das Ziel war die Bildung einer stabilen Regierungskoalition mit einem schriftlich fixierten Koalitionsvertrag und verteilten Ämtern.
Dabei durfte die eigene Rolle nicht außer Acht gelassen werden, aber auch das gemeinsame Ziel einer Regierungsbildung galt es zu erreichen. Im Laufe der Stunden zeigte sich, wie komplex diese Aufgabe ist. Zusätzlich angetrieben durch geschickte Fragen der Presse bildeten sich immer wieder Grüppchen zu Krisengesprächen. Statements mussten formuliert werden, die weder zu viel noch zu wenig Informationen preisgeben sollten.
Durchaus realitätsnah wurde verhandelt, bis schließlich gegen Mittag ein Ergebnis verkündet werden musste. Auch hier zeigte sich, wie kompliziert und langwierig Koalitionsverhandlungen sein können. Neben stabilen Regierungskoalitionen in zwei von drei 11. Klassen platzte in der dritten Klasse kurzfristig der Koalitionsvertrag.
Eine Regierung kam somit nicht zustande und Neuwahlen wären nötig gewesen. Die betroffenen Gesichter zeigten die Enttäuschung einiger „Politikerinnen“ und „Politiker“, die lange für einen Kompromiss gekämpft hatten. Durchaus mit Stolz wurde in einer anderen Klasse ein mühevoll ausgearbeiteter Vertrag in der „Pressekonferenz“ vorgestellt.
Was bleibt am Ende des Tages? Sicherlich konnten Einblicke in Themen, Parteien und in die Arbeit der Presse gewonnen werden. Aber vor allem wurde deutlich, dass Demokratie niemals einfach ist und immer auf Kompromissen beruht.
Die Meinungsvielfalt und die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Positionen sind das Fundament unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung.
„Es war anstrengend, aber die Zeit verging wie im Flug“, fasste ein sichtlich erschöpfter Schüler den ereignisreichen Vormittag zusammen.
Das Bündnis „Demokratie leben“ sowie der Förderverein ermöglichten dem 11. Jahrgang diesen Politikunterricht der etwas anderen Art durch ihre großzügigen Spenden, wofür wir uns herzlich bedanken.
Freitag, 21.03.2025, 10.15 Uhr: Es läutet zur großen Pause am MGL. Die ersten Töne des Songs „not that kinda guy“ erklingen in der Aula, die sich langsam mit gespannten Schülerinnen und Schülern füllt. Die Schulband „Kein Empfang“ begeistert gleich mit ihrem ersten Lied. Bei der folgenden Begrüßung durch Schülersprecher Dominik Stumpf platzt die Aula bereits aus allen Nähten.
Der Auftritt der Band ist auch in diesem Jahr wieder ein Gemeinschaftsprojekt mit der Courage-AG und dem Technikteam anlässlich des internationalen Tages gegen Rassismus. Bei dieser Gelegenheit werden die Gewinnerinnen und Gewinner des zuvor veranstalteten Poesiewettbewerbes mit dem Motto „Vielfalt feiern – Respekt leben“ bekanntgegeben.
Die Schülerinnen und Schüler der Courage-AG hatten im Vorfeld aus zahlreichen Einsendungen die Siegerbeiträge ausgewählt. Nach dem zweiten Lied verkündet Dominik Stumpf die Gewinnerinnen, die von AG-Leiter Dr. Manuel Weskamp die Preise und von Schulleiter Tom Carl die Glückwünsche sichtlich stolz entgegennehmen.
In diesem Jahr konnten ein Gedicht von Martha Lieb und Marlene Arlt (beide 6b), ein Prosatext von Lu Biskupski (9c) sowie ein Gedicht von Xenia Geiger (11a) besonders überzeugen. Das Gedicht „Ein bedeutendes Land“ der Sechstklässlerinnen beschreibt die Idealvorstellung eines Landes, in dem jede und jeder willkommen ist, unabhängig von Hautfarbe, Religion oder Besitz. Lus Text „Ohnmacht“ beeindruckte die Jury mit einer intensiven, persönlichen Schilderung eines Menschen, der an einer Demonstration teilnimmt und sich dabei Gedanken über die Entwicklungen unserer Gesellschaft macht. In Xenias Gedicht „Menschen ohne Menschlichkeit“ werden vor allem die „Black-Lives-Matter“- Bewegung und die Frage nach Vorurteilen bezüglich der Hautfarbe in den Mittelpunkt gerückt.
Für diese außergewöhnlichen Texte haben alle vier Schülerinnen als Gewinn ein Notizbuch, zum Festhalten weiterer Gedanken, einen individuell ausgesuchten Roman sowie einen Kinogutschein bekommen.
Ein anonym eingereichter Text, der den Namen „the daughter“ trägt und sich mit dem schwierigen Verhältnis eines Mädchens zu ihrem Vater auseinandersetzt, hat die Jury ebenfalls sehr beeindruckt und wird daher von Schülersprecher Dominik Stumpf nochmal gesondert hervorgehoben.
Nach einem weiteren Song der Band und den lautstarken Begeisterungsrufen des Publikums rundete „Kein Empfang“ das gelungene Konzert mit einer Zugabe ab.
Die Courage-AG bedankt sich bei allen Teilnehmenden des Wettbewerbs sowie dem Förderverein und „Demokratie leben“ für die großzügige Finanzierung der Preise.
Hier geht’s zu den SiegertextenAm 13. Februar 2025 besuchte die 9. Jahrgangsstufe die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Buchenwald, um ihre Kenntnisse aus dem Geschichtsunterricht zu vertiefen und gleichzeitig der Opfer des NS-Regimes zu gedenken. Mehr als 56 000 Menschen sind in der Zeit zwischen 1937 und 1945 in dem Lager auf dem Ettersberg nahe Weimar zu Tode gekommen.
Die Schülerinnen und Schüler erhielten zunächst eine Einführung in die Geschichte des Konzentrationslagers. An einem Modell wurden die Ausmaße dieser riesigen Anlage deutlich. Wie war das Lager organisiert? Aus welchen Gründen wurden Menschen hier inhaftiert und unter welchen Bedingungen mussten sie Zwangsarbeit leisten? Diese und viele weitere Fragen wurden im Seminarraum geklärt, bevor es mit der Besichtigung des weitläufigen Geländes mit dem Weg durch das bekannte Eingangstor mit der Aufschrift „Jedem das Seine“ weiterging. Hier konnte man bereits erahnen, welchen Demütigungen und Erniedrigungen die ehemaligen Insassinnen und Insassen des Lagers ausgesetzt waren. Besonders der Bunker, das ehemalige Krematorium und die Genickschussanlage machen sprachlos angesichts der hier verübten Verbrechen. Der eigens für den Zeitvertreib der SS-Angehörigen eingerichtete Zoo, unweit des Lagerzauns, wirkt wie eine zusätzliche Verhöhnung der Opfer.
Die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informierten die Schülerinnen und Schüler darüber hinaus über die Lebensbedingungen im Hauptlager, in welchem zeitweise bis zu 75 000 Menschen gleichzeitig interniert waren, sowie die Zustände im sogenannten „Kleinen Lager“, in welchem noch katastrophalere Zustände herrschten.
Eine entscheidende Frage drängte sich immer wieder auf: Kann es sein, dass die Menschen im Umland des Lagers nichts davon mitbekommen haben? An vielen Beispielen lässt sich beweisen, dass die Verbrechen in den Konzentrationslagern allgemein bekannt gewesen sein mussten. Zahlreiche Bildquellen, Briefe und Tagebücher belegen eindrücklich, dass die deutsche Bevölkerung gesehen und gehört haben muss, was den tausenden Gefangenen in den Lagern widerfahren ist. Das Lager Buchenwald wurde beispielsweise von den Bauern der umliegenden Ortschaften mit Nahrungsmitteln versorgt, die bis ins Lager hinein geliefert wurden. KZ-Häftlinge waren in der Umgebung des Lagers unter anderem zum Straßenbau eingesetzt und arbeiteten, gemeinsam mit deutschen Bürgern, in der Produktion des Gustloff-Werks II. Auch die Asche des eigens in Buchenwald errichteten Krematoriums legte regelmäßig eine graue Rußwolke über die Innenstadt Weimars.
Nach dem geführten Rundgang blieb Zeit, um das auf dem Gelände befindliche Museum zu besichtigen, in dem unter anderem Habseligkeiten der Inhaftierten ausgestellt werden. Zudem dokumentieren zahlreiche Originalaufnahmen eindrucksvoll, welches Schicksal die betroffenen Menschen unter dem Terrorregime der Nationalsozialisten erlitten haben. Zwangsarbeit, Folter, Krankheiten und Hunger waren an der Tagesordnung.
Der Besuch der Gedenkstätte Buchenwald trägt dazu bei, dass die Verbrechen des Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit geraten. Gleichzeitig mahnen Gedenkstätten und Orte der Erinnerung gegenwärtige und zukünftige Generationen, dass sich die Geschichte nicht wiederholen darf.
Die Courage-AG veranstaltete am 21.03.2024 anlässlich des internationalen Tages gegen Rassismus ein Pausenkonzert. Bei dieser Gelegenheit wurden die Gewinner des zuvor veranstalteten Poesiewettbewerbes zum Welttag der Poesie bekanntgegeben. Wir, die Schülerinnen und Schüler der AG, haben zuvor aus zahlreichen Einsendungen die Gewinnerinnen auserkoren. Während des Pausenkonzertes in der gut gefüllten Aula wurden diese verkündet und geehrt, nachdem unser Schülersprecher Dominik Stumpf eine Ansprache gehalten hat. Dabei sorgte die Schulband „Kein Empfang“ lautstark und stimmgewaltig für Stimmung, drei ausgewählte Lieder wurden zum Besten gegeben.
Die Werke des Schreibwettbewerbes sollten zu dem Thema „Das Leben ist bunt“ angefertigt werden. Dieses Thema wurde von uns gewählt, da bunte Farben ein Zeichen der Unterschiedlichkeit und Einzigartigkeit sind, wofür wir als Courage-AG einstehen.
Das kurze, jedoch umso einprägsamere Werk der prämierten Sechstklässlerin basiert auf dem Wort tolerare, was so viel bedeutet wie aushalten oder ertragen.
Marlene Lachner aus der siebten Jahrgangsstufe überzeugte uns mit einer Kurzgeschichte darüber, wie Menschen von Zeit zu Zeit immer mechanischer agieren, über Roboter-Lehrer an einer Schule, welche trotz gewollter Perfektion immer noch unperfekt sind und wie Vorurteile in der heutigen Gesellschaft etabliert sind.
Das Werk der Zehntklässlerin Amy Schwarz, nebenbei die Sängerin der Schulband, spricht die Themen Rassismus, Fremdartigkeit und Altersunterschiede auf tiefgründige und komplexe Art an.
Für diese beeindruckenden Texte haben alle drei Schülerinnen als Gewinn ein Notizbuch, um ihre Gedanken in Zukunft schnell festhalten zu können, einen individuell ausgesuchten Roman sowie einen Kinogutschein bekommen.
Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden am Wettbewerb und gratulieren den drei Gewinnerinnen nochmals herzlich.
– Katharina Ultsch (10c) für die Courage-AG Die Gewinnerbeiträge als PDFDemokratie ist kein theoretischer Begriff, Demokratie muss aktiv gelebt werden. Dieser Überzeugung folgend arbeiten die AG „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und die Fachschaft PuG intensiv zusammen. Ziel ist es, mit möglichst vielfältigen Angeboten alle Schüler des MGL zu erreichen und somit ein respektvolles Miteinander innerhalb und auch außerhalb der Schule zu fördern.
In diesem Schuljahr konnten bereits drei Aktionen geplant und durchgeführt werden.
Am 26.10.2023 besuchten die Schüler des 10. Jahrgangs mit ihren PuG-Lehrkräften die Ausstellung „Sackgasse Extremismus“ in der Herzog-Otto-Schule. Bei dieser interessanten Ausstellung wurden Formen von Links- und Rechtextremismus beleuchtet. Die Schüler konnten sich nicht nur über Formen der Radikalisierung informieren, sondern auch ihr Wissen darüber an verschiedenen Stationen aktiv testen, indem beispielsweise Symbole extremistischer Gruppierung erkannt und nach der jeweiligen Weltanschauung sortiert und zugeordnet werden mussten. Aber nicht nur das äußere Erscheinungsbild einiger extremer politischer Gesinnungen wurde aufgezeigt, sondern auch Kleidung, Musik und weitere Erkennungsmerkmale. Ein spannender Film stellte sehr eindrücklich dar, wie ähnlich sich extremistischer Gruppierungen eigentlich sind, vor allem in ihrer ablehnenden Haltung der Demokratie gegenüber. Ebenso demonstrierte der Filmbeitrag, wie leicht man in extremistische Kreise hineingeraten kann. Letztendlich waren sich die Schüler einig, dass diese Ausstellung nicht nur interessante Einblicke in die Szene geliefert, sondern auch die Augen geöffnet hat für die Gefahren, die von solchen Gruppierungen ausgehen.
Am 17.11.2023 stand für eine Delegation von Schüler des MGL ein besonderes Event auf dem Plan: das erste Treffen des zukünftigen Jugendforums des Landkreises Lichtenfels. Zwölf Schüler des 11. Jahrgangs vertraten unsere Schule in der Katzogelhalle in Hochstadt. Weitere Vertreter aus sämtlichen Schulen im Landkreis Lichtenfels waren anwesend und so füllte sich die Halle mit zahlreichen Jugendlichen, die schul- und altersübergreifend aktiv im Landkreis Lichtenfels mitarbeiten wollen. Nach dem Prinzip „demokratisch von Anfang an“ soll das Jugendforum in seiner gesamten Organisation von den Jugendlichen selbst geplant werden, so Landrat Christian Meißner. Zahlreiche Punkte standen auf der Tagesordnung: Wie oft soll sich das Jugendforum treffen? Mit welchen Themen soll es sich beschäftigen? Was wünschen sich die Jugendlichen für den Landkreis Lichtenfels. Langfristig dient das Forum dazu, Wunschprojekte von Kindern und Jugendlichen im Landkreis Lichtenfels umzusetzen. Am Ende des Vormittags blieb noch die Frage: „Könnt ihr euch vorstellen, in diesem Forum mitzuarbeiten?“ Die begeisterte, lautstarke Zustimmung in der Halle sprach für sich. So freuen sich unsere Schüler, dass sie das MGL auch weiterhin vertreten dürfen und warten gespannt auf die konstituierende Sitzung des Forums.
Unter dem Thema „Antisemitismus erkennen und begegnen“ fand am 19.12.2023 ein eintägiger Workshop für die Mitglieder der AG „Schule mit Courage – Schule ohne Rassismus“ und die Klassensprecher der Jahrgänge 9 und 10 statt. Der von der Deutschen Gesellschaft e.V. geleitete Workshop beschäftigte sich mit den verschiedensten Formen von Antisemitismus sowie mit der Frage, welche historischen Wurzeln dieser hat. Welche Vorstellung haben wir eigentlich von „jüdischem“ Leben? Was ist der Holocaust? Was unterscheidet den rassistischen Antisemitismus der NS-Zeit von Israelfeindlichkeit heutzutage? Gerade in der aktuellen Zeit und seit dem Angriff der Hamas auf Israel ist es besonders wichtig, den Unterschied zwischen möglicher Kritik an politischen Entscheidungen eines Staates und der Feindlichkeit gegenüber einem Volk oder einer Religion klar zu unterscheiden.
Neben praktischen Übungen, Fragebögen und Filmen war auch das Thema „Judenfeindlichkeit im Alltag“ wichtig. Die Schüler berichtet selbst von Erfahrungen und diskutierten, wie man z.B. auf bestimmte Schimpfworte reagieren könnte. Hierbei wurde durch den Referenten auch auf „RIAS Bayern“ hingewiesen, eine Meldestelle vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit, Familie und Soziales, bei der antisemitische Vorfälle anonym gemeldet werden können und sollen. Dies ist wichtig, damit man einen Überblick bekommt, an welchen Orten Antisemitismus gehäuft auftritt und wo dementsprechend Maßnahmen nötig sind.
Zusätzlich zu den Kenntnissen aus dem Geschichts- und Religionsunterricht erhielten die Schüler an diesem Vormittag vielfältige Einblicke und neue Erkenntnisse zu jüdischem Leben und Antisemitismus in Deutschland.
Die durch diese drei gelungenen Veranstaltungen hochmotivierte Courage-AG arbeitet bereits mit Hochdruck an weiteren Aktionen für ein demokratisches Miteinander.
Am Mittwoch, 04.10.2023 um 08.30 Uhr, öffneten sich die Türen zum Wahllokal am Meranier-Gymnasium. Rund 260 Schüler der Jahrgänge 10, 11 und 12 waren vier Tage vor der Landtagswahl dazu aufgerufen, ihre Stimme in der Juniorwahl abzugeben. Knapp 800 Schulen in Bayern beteiligten sich an dem Projekt. Ziel ist es, den Jugendlichen eine Stimme zu geben und dabei Demokratie zu „üben“.
Im Politikunterricht wurden im Vorfeld Wahlplakate analysiert, Wahlgrundsätze besprochen und anhand des Wahl-O-Mats Themen diskutiert und Meinungen ausgetauscht. In der Vorwoche zur Wahl wurden die Schüler per Wahlbenachrichtigung ganz offiziell zur Juniorwahl eingeladen. Die freiwilligen Wahlhelfer aus den Klassen 11b und 11c übten am Wahltag ihr Amt sorgfältig aus, kontrollierten Ausweise und Wahlbenachrichtigungen und trugen somit wesentlich zum Gelingen des Wahlvorgangs bei.
Als um 12.05 Uhr das Wahllokal geschlossen wurde, konnte schon festgehalten werden, dass die Wahl erfolgreich war. Denn der größte Erfolg ist die Wahlbeteiligung von fast 83%, die ein hohes Interesse der Schüler zeigt. Die Wahlhelfer hatten dann noch die Aufgabe, Stimmen auszuzählen, Ergebnisse festzuhalten und Daten online zu übermitteln. So gewannen sie einen Einblick hinter die Kulissen einer Wahl. Mit Spannung wurde dann am Sonntag, den 08.10.2023, das offizielle Wahlergebnis erwartet. Dabei setzte sich unter den Schüler klar die CSU durch mit 27,1%.
Die Juniorwahl hat in jedem Fall zum politischen Diskurs beigetragen und bei den Schüler für Gesprächsstoff gesorgt. So konnte an diesem Tag eine Stückchen Demokratie „live“ erlebt und mitgestaltet werden. Nicht jede/jeder mag mit dem Wahlergebnis zufrieden sein, aber genau das zeigt die Wichtigkeit der Wahlbeteiligung und dafür wirbt die Juniorwahl.