Auf nachdrücklichen Wunsch der Teilnehmenden beging der Geographiekurs auf erhöhtem Niveau (aka Geo-LK) seinen zweiten verpflichtenden Exkursionstag am 15. Juli 2026 zu Fuß.
Als Weg und Ziel war der Apollowanderweg im Kleinziegenfelder Tal schnell gefunden: Vereint er doch eine spannende Geologie mit wirtschaftsgeographischen Themen im strukturschwachen Raum der Fränkischen Schweiz.
Alle 13 Teilnehmenden hatten Kurzreferate vorbereitet, die im Gelände die nötigen Informationen lieferten, sodass neben dem Genuss der Landschaft, der Freude über jeden einzelnen Schmetterling und der sportlichen Herausforderung (von der Schrepfersmühle hoch nach Arnstein in unter 15 Minuten!) das fachliche Niveau nicht zu kurz kam.
Ganze vier Mal hieß es am ersten Juliwochenende am MGL „Bühne frei!“. Die TheaterAG hatte in diesem Jahr so viele Mitglieder, dass sie kurzerhand zwei Stücke auf die Beine stellte, die in einem Double-Feature jeweils am 3.7. und 4.7.26 zu sehen waren.
Los ging es nachmittags mit dem „Laufkrimi mit Gartenzwerg“ des Unterstufentheaters. Das Schulhaus verwandelte sich in die Bühne, sodass an mehreren Orten kleine Szenen gezeigt wurden. Das Publikum war sportlich gefordert und pendelte zu Fuß zwischen den einzelnen Spielorten. Gezeigt wurde eine Eigenproduktion mit vielen kreativen Elementen, die die Talente der einzelnen Darstellenden betonten. So waren neben kaffeesüchtigen Polizistinnen z.B. auch ein betrunkener Gartenzwerg, ein zwischen den Eltern zerrissenes Entführungsopfer und eine diebische Verkäuferin zu bestaunen. Dies alles verflocht sich zu einem kurzweiligen Krimi, der manche Frage offenließ, aber auf jeden Fall Spannung und Unterhaltung garantierte.
Spannend wurde es auch in der Abendveranstaltung des Mittelstufentheaters. Frei nach einem Jugendroman zeigten die 18 Schauspielenden unter dem Titel „Lügst du?“ die Aufklärung eines mysteriösen Mordfalls: Zunächst sieht alles nach einem tragischen Unfall aus. Fünf Jugendliche der Bayview High müssen gemeinsam nachsitzen. Doch nur vier von ihnen werden den Nachmittag überleben: Simon stirbt an einem allergischen Schock, den offenbar Erdnussöl in seiner Wasserflasche ausgelöst hat. Doch wie kam das Erdnussöl dort hinein und warum waren ausgerechnet an diesem Tag keine Epipens im Krankenzimmer vorhanden? Die Hinweise verdichten sich, dass das alles kein Zufall gewesen sein kann und die vier anderen stehen plötzlich unter Mordverdacht. Feinde hatte Simon genug: Seit Jahren betrieb er einen Blog, in dem er intimste Geheimnisse anderer auf boshafte Weise öffentlich machte. Doch reicht das wirklich als Mordmotiv aus? Und was haben die Bayview-Four, wie die Tatverdächtigen bald genannt werden, selbst zu verheimlichen?
Auf zwei Bühnen, einer Leinwand und im Zuschauerraum wurde die Geschichte intensiv und empathisch gespielt und mit starken, selbst entwickelten Dialogen dargestellt. Der lange Applaus am Schluss krönte einen erfolgreichen Theaterabend.
Drei Tage nach dem Welttag des Buches, also am 27. April, unternahm die Klasse 5a unserer Schule einen spannenden Ausflug zur Buchhandlung Dumproff. Die Stunde stand ganz im Zeichen der Freude am Lesen, dem Kennenlernen verschiedener Genres und dem Blick hinter die Kulissen einer Buchhandlung. In der gemütlichen Atmosphäre wurden die Schülerinnen und Schüler herzlich von der Buchhändlerin Frau Lurtz empfangen. Sie erklärte, wie Bücher gezielt ausgewählt werden und welche Rolle Leseförderung spielt.
Begeistert wurde das diesjährige Buchgeschenk sofort in Beschlag genommen.
Auf ihrer Entdeckungsreise durch die Auslagen lernten die Kinder die Vielfalt des Buchuniversums kennen: Von Abenteuergeschichten über Sachbücher bis hin zu Bilderbüchern gab es viel zu entdecken. Neben Büchern führt das kleine Ladengeschäft auch Geschenkartikel, Schreibwaren und Kunstbedarf. Im oberen Stockwerk ist die Rahmenwerkstatt zu finden.
Nach einer spannenden Quizrunde durch die Buchhandlung nutzten einige Kinder die Gelegenheit für den anstehenden Muttertag einzukaufen. Viele deckten sich aber auch mit Stiften und neuem Lesefutter ein. Als besonderes Highlight wurde allen das Buchgeschenk mit dem Titel „Der fliegende Klassenscooter“ überreicht, über das sich die Klasse sehr freute.
Die anderen fünften Klassen durften natürlich auch an anderen Terminen die Buchhandlung besuchen.
Unser besonderer Dank gilt der Buchhandlung Dumproff, insbesondere Frau Lurtz, für die freundliche Aufnahme, die spannenden Einblicke und natürlich die insgesamt über 100 fliegenden Klassenscooter!
17 Freiwillige, eine Trainerin und Frau Kollmer an einem Mittwochmorgen in der Turnhalle: alle sitzen konzentriert am Boden. „Wir atmen erst auf Khhhhh aus, dann auf Khhh ein und dann tönen wir!“
Nein, das ist kein Geburtsvorbereitungskurs, sondern der Workshop der TheaterAG mit der Sprachtherapeutin und -coachin Susanne Muhr. Die freiberufliche Expertin ist extra aus Fürstenfeldbruck angereist, um der TheaterAG wertvolle Tipps zum deutlicheren und lauteren Sprechen auf der Bühne (aber auch im echten Leben!) zu vermitteln. Nach anfänglichen Berührungsängsten und Kicheranfällen lassen sich alle Teilnehmenden auf die Übungen ein. Da wird auf Kommando gehechelt, gesummt und geschluckt. Tiernamen tönen lautstark durch die Halle und spätestens bei der Zwerchfellgymnastik mit und ohne Theraband verstehen alle, dass eine gute Stimme wirklich Arbeit ist! Die zahlt sich gegen Ende auch aus. Die Sketchszene zum Abschluss gelingt allen Gruppen tadellos.
Zwei wichtige Erkenntnisse nehmen alle nach diesen 4 Stunden Workshop mit nach Hause: 1. Räuspern ist böse – wir summen und schlucken! 2. Nur eine entspannte Stimme ist eine tragende Stimme.
Die gezeigten Übungen werden die TheaterAG sicherlich durchs Jahr begleiten – wir hatten einen spannenden und lustigen Workshop und üben fleißig weiter!
„Und jetzt schreien Sie bitte wie ein 16jähriges Mädchen!“Auch in diesem Jahr wurde das Publikum der TheaterAG an zwei Tagen Anfang Juli mit witzigen und teils skurrilen Pointen belohnt.
„Der letzte Schrei“ war erneut eine Eigenproduktion der Truppe und als kurzweiliges Improstück angelegt. Alle 24 Mitwirkenden hatten im Vorfeld in teils monatelanger Detailarbeit und während des Probenwochenendes die eigene Rolle entwickelt und am groben Handlungsverlauf gefeilt. Eine echte Textgrundlage, wie man das aus dem „klassischen“ Schultheater kennt, gab es allerdings nicht. Die Szenen wurden an beiden Abenden frei gespielt und so jedes Mal neu interpretiert.
Lediglich die Eckpunkte der Geschichte standen fest: Die junge Friseurpraktikantin Marie Swan wird erstochen aufgefunden. Verdächtig sind zum einen ihre beste Freundin Henriette, der die Tatwaffe gehört, und zum anderen der örtliche Pfarrer Herbert, den eine merkwürdige WhatsApp des Mordopfers an deren Zwillingsschwester belastet.
Die Verhandlung mit den beiden Angeklagten wird von äußerst bestechlichen Richtern geführt, die neben der engagierten Staatsanwältin kaum zu Wort kommen. Auch der unfähige Anwalt Herberts hilft nicht weiter, und selbst die Kompetenz von Henriettes Anwältin scheint vergebens. Und das letzte Wort hat stets Publikumsliebling Oma Sieglinde, die zu jedem neuen Indiz einen Kommentar hat und im Verlauf des Stücks sogar versteht, was eine WhatsApp ist.
Nach und nach entwickelt sich die Vorgeschichte des Mords, die Zuschauenden erhalten Einblick in Maries Arbeitsalltag im Friseursalon „Der letzte Schrei“ und erleben die Geschichte der Mutter der Zwillinge.
Doch damit nicht genug: Als weitere Ebene ist das Stück medial begleitet. Immer wieder erscheinen auf der Beamerleinwand neue Hinweise parallel zum Bühnengeschehen, bisweilen ist auch eine Abstimmung via Smartphone gefordert. Einer der interaktiven Höhepunkte ist sicherlich der höchstseriöse Schreitest vor Gericht, den die Staatsanwältin beantragt. Mehr oder minder Freiwillige aus dem Publikum sollen kurzerhand den Todesschrei des Opfers imitieren, um so Rückschlüsse auf den Tathergang zu liefern. Besonders am zweiten Aufführungsabend brillieren hier auch Mitglieder des Lehrkörpers mit ungeahntem schauspielerischem Talent.
Am Ende bleibt die Frage nach der Schuld oder Unschuld der beiden Angeklagten. Hierüber darf natürlich das Publikum entscheiden: An beiden Tagen endet die Veranstaltung mit einer Verurteilung des Pfarrers Herbert, auch wenn samstags die Option des Gärtners (Der Mörder ist ja bekanntlich immer der Gärtner) ebenfalls recht beliebt ist.
Ein herzliches Dankeschön geht an das Technik-Team rund um StRin Maria Neufeld, das souverän für Licht und Bühnenton gesorgt hat.
Beide Abende haben vor allem eines gezeigt: die unbändige Spielfreude und Kreativität der ganzen TheaterAG, die sich unter Leitung von OStRin Christina Kollmer jedes Jahr ein bisschen weiterentwickelt und neue, überraschende und sehr unterhaltsame Wege geht!
Mit leichter Verzögerung wegen zu heißen Kühlmittels starteten 48 interessierte Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Frau Gagel und Frau Kollmer am 22.05.25 Richtung Kontinentale Tiefbohrung in Windischeschenbach (kurz: KTB; Insider sprechen auch vom Krass Tiefen Bohrloch). Um die Verspätung auszugleichen, wurde zwischendurch noch in einen frischen Bus gewechselt, bevor es gegen 10:30 Uhr in Windischeschenbach einmal in die Workshops und einmal erneut in den Bus auf Exkursion ging.
Der Theorieblock, spannend aufbereitet und moderiert von Herrn Weiß, beschäftigte sich mit den Grundlagen des Vulkanismus. In acht verschiedenen Gruppen konnten sich die Geokurse der Q12 nun z.B. über den Aufbau der Erde, Gesteine, Plattentektonik, Vulkantypen und Erdbeben informieren. Die einzelnen Themen wurden kurzweilig auch mit praktischen Experimenten erarbeitet und anschließend in der großen Runde vorgestellt. Sogar ein fast echter Vulkanausbruch wurde dabei simuliert.
Aber alle Theorie ist grau im Vergleich zur Exkursion ins Gelände. Dr. Frank Holzförster, der wissenschaftliche Leiter der KTB, ließ es sich nicht nehmen, selbst zu zwei wichtigen Geopunkten der Region zu führen. Mit dem Bus ging es zunächst zum Parkstein, einem Vulkankegel, der einen faszinierenden Aufschluss mit Basaltsäulen (und Schneckenbesiedlung) zeigt. Ebenso interessant sind auch die Bierkeller unterhalb des Parksteins, die neugierig erkundet wurden. Als zweites Ziel wurde die Burg Falkenberg mit ihrem Sockel aus granitischer Wollsackverwitterung eines Plutonitkörpers erläutert. Selbst auf der Busfahrt zu den einzelnen Exkursionszielen hielt Dr. Holzförster stets spontane Fachvorträge zur (auch geologischen) Geschichte der Region, in der Hoffnung, dass „alle mit ihren Kindern und Enkelkindern wiederkommen“. Zumindest wird das MGL im nächsten Jahr mit weiteren wissbegierigen Geokursen erneut den Weg zur KTB antreten.
58 gespannte Kinder, die sich mehr oder minder tränenreich von den Eltern verabschieden, sitzen morgens um 08:15 Uhr in den Bussen nach Steinbach ins Schullandheim. Was wird die Woche bringen?
Zu Beginn der Woche lässt das Wetter die Klassen 5a und 5b leider im Stich. Die Stadtrallye durch Steinbach scheitert an sich im Regen auflösenden Zetteln, sodass die Schatztruhe nur mit viel Hilfe durch Herrn Beck überhaupt geöffnet werden kann. Wie gut, dass der Spieleabend zum Kennenlernen dann im Trockenen stattfindet!
Die kurze Wanderung am nächsten Tag zum Bahnhof und in Ludwigstadt zum Schiefermuseum ist auf dem Hinweg noch von Wolken begleitet. Doch nach informativen zwei Stunden im Museum, während derer alles über den „blauen Stein“ der Region vermittelt wird, strahlt die Sonne im Frankenwald und die beiden Klassen können sogar den steilen Abenteuerweg zurück zum Bahnhof nehmen. Wer noch nicht genug gelaufen ist, nutzt das Angebot einer Nachtwanderung nach dem Abendessen, die durch die umliegenden Wälder in Steinbach führt. Manch einer will dabei sogar ein scheues Reh gesehen haben.
Einer der Höhepunkte der Schullandheimwoche folgt am Mittwochnachmittag: Die Wanderung von Probstzella zur Confiserie Lauenstein. Dort dürfen alle ihre eigenen Pralinen kunstvoll mit Schokolade garnieren, daneben wird viel am Schokobrunnen genascht und hier und da werden im Werksverkauf erste Weihnachtsgeschenke besorgt.
Kontrastreich geht es am Donnerstag weiter: Vormittags besichtigen die Neu-Meranier die Werkshalle von Wiegand-Glas. Hier wird uns ausführlich erklärt, wie Glas- und PET-Flaschen hergestellt werden. Besonders eindrucksvoll sind die glühend heißen Glastropfen, die in der Fertigung vor unseren Augen in die Formen fallen. Auch das schiere Ausmaß der Altglassilos sorgt für viele staunende Blicke. Nachmittags folgt die große Wanderung zum Ölschnitzsee (auch hier ist ein freiwilliger Abenteuerweg möglich) mit Rast am Kletterspielplatz.
Neben diesem bunten Aktivprogramm kommt natürlich auch die Klassengemeinschaft nicht zu kurz: Die beiden Klassleiterinnen Frau Tischer und Frau Dorsch leiten viele Kennenlernspiele an, erarbeiten Klassenregeln und helfen so, die Gruppe zusammen zu schweißen. Mehrere Bastelangebote, eine Hausrallye, das tolle Außengelände des Schullandheims und diverse Tischkicker runden das Erlebnis ab. Nach einer Woche sind alle Heimwehattacken vergessen und im Bus zurück sitzen glückliche, wenn auch müde, Neu-Meranier, die sich als Klassen gefunden haben.
Ein herzlicher Dank geht an die begleitenden Lehrkräfte Herr Beck, Frau Dorsch, Herr Hartmann, Herr Mischke, Frau Tischer und Frau Weisenseel und an die drei Tutorinnen Leni Deininger, Valeria Flegler und Lilia Fuchs, die mit Engelsgeduld nicht nur Heimweh gelindert haben.
Schneewittchen? Ist das nicht ein wirklich alter Hut? Die Handlung ist hinlänglich bekannt, die Disney-Verfilmung aus dem letzten Jahrhundert ebenfalls. Das „Was wäre, wenn?“ einer Improvisationsübung der TheaterAG hat letztlich den Impuls gegeben. Was passiert eigentlich nach Schneewittchens Tod? Wieso gibt es im Märchen keine Ermittlungen zum Mord? Und wie begeistert sind die Zwerge wirklich, dass da jemand plötzlich Ordnung in ihre WG bringt?
Diese und weitere Fragen wurden am 5. und 6.7.24 von der TheaterAG in zwei gelungenen Aufführungen beantwortet. Im Vordergrund standen die Charaktere der Figuren, die die Schauspielenden mit viel Kreativität entwickelt hatten. So begeisterte ein zickig-genervtes Schneewittchen ebenso wie der böse Zwerg oder der leicht überspannte Prinz, der erst ganz zum Schluss realisierte, dass er eine Leiche geheiratet hatte. Aber auch alle weiteren Rollen wurden mit viel Liebe zum Detail umgesetzt, die Spielfreude aller insgesamt 27 Beteiligten war nicht zu übersehen und sorgte für so manche witzige Überraschung. Da wurde beispielsweise einer der Tode (es gab tatsächlich zwei!) kurzerhand von den zwei engagierten Ermittlerinnen in ein Blumenkind verwandelt, um die Hochzeit des Prinzen mit Schneewittchen nachzustellen.
Interessanterweise hatte das Werkstattstück bis zum Schluss keine endgültige Textfassung. Alle Szenen sind aus den Proben heraus entstanden und wurden erst kurz vor der Premiere endgültig zusammengesetzt. Die Hintergrundmusik wurde demokratisch von der Gruppe ausgesucht (anonymen Quellen zufolge hatte Frau Weisenseel evtl. beim einen oder anderen Stück ein Vorschlagsrecht) und sorgte für viel Heiterkeit im Publikum, auch wenn bisweilen die Grenze zum Kitsch (pink fluffy unicorns!) überschritten war.
Neu in diesem Jahr war, dass die TheaterAG auch viel an der Kulisse und an den Kostümen gewerkelt hatte. Große bemalte Bühnenbilder und teils eigens geschneiderte Kostüme rundeten den Abend beeindruckend ab. Als zusätzliches Schmankerl wurden am Freitag sogar live die Tore des EM-Spiels Deutschland – Spanien mit einem Vuvuzela-Tröten des Jägers verkündet und waren im Ergebnis (1:2 für Spanien) das Einzige, was an diesem Abend vielleicht nicht ganz so witzig war. Davon abgesehen brillierte die TheaterAG in der Königsklasse des Schauspiels und zeigt eine gelungen schräge Komödie!
Weitere Bilder in unserer Media-Seite.
Traditionell und doch jedes Jahr wieder voller Spannung fuhren die Klassen 5a und 5b am 27.11.23 mit Frau Holhut, Frau Scholz und Frau Weisenseel ins Weihnachtsstück des Landestheaters Coburg. Diesmal war vieles neu: Zunächst einmal galt es den Ersatzbau des Theaters – das Globe – in Augenschein zu nehmen. Auch wenn unsere 5.Klässer vermutlich bisher eher nicht mit dem Shakespeare‘schen Theater (das berühmte Globe in England) in Berührung gekommen sein dürften, wirkte der Zauber des Rundbaus. Sofort stellte sich theatrale Neugierde ein: Eine Vorbühne, die in den Zuschauer ragt, steile Ränge, eine runde Hauptbühne – hier ist Theater auf hohem Niveau möglich.
Und zauberhaft ging es weiter: Bildgewaltig inszeniert Matthias Straub den „Zauberer von Oz“ mit hinreißend bis ins Detail durchdachten Kostümen von Juliane Längin und einem klugen Bühnenbild von Marvin Ott, das in seiner Einfachheit viel Raum für ein überzeugendes Schauspiel bietet. Da fährt eine sich immer ärgernde Hexe des Westens („Ich ärgere mich. Wie ich mich ärgere!“) auf einem regenschirmüberspannten Dreirad über die Bühne und kann die Schüler genauso begeistern wie der mutlose Löwe ganz in Gold oder der Blechmann in seiner rostigen Dose. Überhaupt ist es einerseits die Liebe zum Detail und andererseits die unbändige Spielfreude der Akteure, die für ein gebanntes Publikum sorgen, das diesmal freudig interaktiv mitwirkt und am Ende sogar nach einer Zugabe verlangt. Die typischen Lieder des Stücks (natürlich auch „Somewhere over the Rainbow“) runden das Erlebnis ab.
Der anschließende Bummel durch die Coburger Innenstadt wird von einem vielstimmigen Chor des Titelsongs „Jetzt geh’n wir los!“ begleitet und macht den Tag dann endgültig vorweihnachtlich: Ein gelungener Start in die Adventszeit, der auch durch großzügige Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer und des Elternbeirats möglich war.
8:30 Uhr am Montagmorgen in der zweiten Schulwoche: Vor dem MGL steht eine Schar winkender Mütter und Väter, die ihre frisch gebackenen Fünftklässler*innen verabschieden. Gemeinsam mit zwei Tutoren und fünf Lehrkräften geht es für die Klassen 5a und 5b ins Schullandheim nach Steinbach am Wald.
Der eine oder andere Abschied gestaltet sich noch tränchenreich, aber nach kurzer Zeit ist die Stimmung im Bus vor allem von Vorfreude geprägt. Fünf Tage ohne Eltern, ganz viel Zeit zum Knüpfen neuer Freundschaften und zum ersten Einfinden in die gymnasiale Schulfamilie – die Kennenlerntage haben vor allem einen pädagogischen Schwerpunkt. So sorgen zum Beispiel gemeinsames Pizzabacken und das Basteln von Gipsmasken für viel Spaß mit den neuen und alten Klassenkamerad*innen.
Doch auch das Bildungsprogramm kommt nicht zu kurz: Da werden in der Confiserie Lauenstein Pralinen bemalt, das Schiefermuseum in Ludwigstadt erkundet und eine Dorfrallye veranstaltet. Die Wanderung zum Ölschnitzsee darf ebenso wie eine Nachtwanderung durch den Wald unter einem phänomenalen Sternenhimmel nicht fehlen. So manche*r hat besonders in den ersten Tagen mit Heimweh gekämpft, durchgehalten haben letztendlich aber alle. Und spätestens bei der Wahl zur Miss und zum Mister Steinbach sind unsere beiden 5. Klassen zu echten Teams zusammengewachsen, die startklar sind für den gemeinsamen Weg zum Abitur.
„Mal was anderes“, „Ich hätte nie gedacht, dass ich bei einem Schultheater im Publikum weinen muss.“ „Ganz großes Theater“ „Schweres Stück, gut gespielt. Schön inszeniert. Runde Sache.“
Die Stimmen nach dem Verklingen des Applauses könnten nicht positiver sein. OStRin Christina Weisenseel hat zusammen mit der Theater AG eine mutige Inszenierung des Bühnenstücks „Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute“ von Jens Raschke gezeigt.
Schon die Bühne ist diesmal ungewöhnlich. Links in der Sporthalle des MGLs steht eine Art großes Podest auf mehreren Ebenen, Kletterseile hängen von der Decke, eine Seite ist mit silbernem Vogelabwehrband abgesperrt. Daneben klebt ein stilisierter Schornstein, den ein Judenstern ziert. Das verspicht, keine leichte Kost zu werden. Auch die Kostüme sind eher reduziert: Alle Tiere des Buchenwalder Zoos tragen Sportkleidung, dazu eher stilisierte Halbmasken.
Trotzdem oder gerade deswegen gelingt es der TheaterAG, die insgesamt aus 31 Schüler*innen besteht, den Zoo des KZs Buchenwald aus einer ganz eigenen Perspektive zu zeigen: Fast alle Schauspieler*innen sind zweimal 40 Minuten ununterbrochen auf der Bühne. Neben der Haupthandlung gibt es viele kleine Geschichten, die das aufmerksame Publikum verfolgen kann. Da ist z.B. eine stolze Entenmama, die den Rehen ihren Nachwuchs präsentiert. Oder die beiden putzigen Murmeltiermädchen, die permanent ihre Lollis verlegen. Und trotzdem bleibt der Ernst der Thematik nie unbeachtet – die Grundfrage „hinschauen und handeln oder sich bequem einrichten und Ignoranz üben“ verdichtet sich in dem Konflikt zwischen Papa Pavian und Bär. Während der Affe am Ende versucht, seine Haut zu retten (und trotzdem stirbt), opfert sich der Bär für die gute Sache und zerstört den Schornstein.
Unterstützt wird die starke Bildsprache durch sorgsam ausgewählte Hintergrundmusik, die manchmal bis an die Schmerzgrenze geht: Da läuft Louis Armstrongs „What a wonderful world“ direkt nach Rammsteins „Deutschland“ und auch die ironische Wahl von „Sweet Home Alabama“ dürfte den einen oder die andere zumindest irritiert haben. Reibungslos klappt an beiden Abenden auch die Licht- und Tontechnik – beides souverän gesteuert von der TechnikAG unter Leitung von StR Felix Würke.
Das Stück endet nach gut 80 Minuten tragisch: Alle Tiere sterben während eines Bombenangriffs. Die durchchoreografierte letzte Szene lässt die Schauspieler*innen symbolisch ihre Maske ablegen und die Zuschauer*innen betroffen zurück. Alle Schauspieler*innen und die Regie stehen in einer langen Reihe und blicken ausdruckslos von der Bühne. Der letzte Ton von Bette Millers „The rose“ verklingt. Es folgt eine schweigende Verbeugung.
Der lange Applaus – bei der Premiere sogar mit Standing Ovations – honoriert die mutige Stückwahl und zaubert allen Akteur*innen dann endlich ein stolzes Lächeln ins Gesicht. So endet ein eindrucksvoller Theaterabend.