Einen genauen Blick in eine andere Kultur und Religion wagen: die siebten Klassen des MGL verbringen einen Vormittag in der Selimiye Moschee Bamberg

In diesem Jahr machten sich die siebten Klassen des MGL mit dem Zug auf den Weg nach Bamberg, um die Selimiye Moschee zu besuchen. Anders als bei früheren Exkursionen war diesmal ein ganzer Vormittag für den Aufenthalt eingeplant – und genau diese zusätzliche Zeit machte den Besuch für viele besonders intensiv und abwechslungsreich.

Nach der freundlichen Begrüßung durch Mehmet Cetindere vom DITIB Türkisch-Islamischen Kulturverein e.V. erhielten die Schülerinnen und Schüler zunächst eine Einführung in die Moschee als Gebets- und Begegnungsort. Dabei ging es nicht nur um religiöse Rituale, sondern auch um den Alltag muslimischer Familien in Deutschland. Viele Schülerinnen und Schüler zeigten sich überrascht, wie viele Gemeinsamkeiten sie dabei zu ihrem eigenen Alltag bzw. dem von christlichen Gemeinschaften entdecken konnten.

Interessant war auch Herrn Cetinderes Bericht über seine Arbeit mit muslimischen Strafgefangenen. Mit diesen arbeitet Herr Cetindere, um für sie in der muslimischen Gemeinschaft eine mögliche Anlaufstelle als Ort der Resozialisierung für die Zeit in Freiheit anzubahnen.

Besonders eindrucksvoll war die Atmosphäre im großen Gebetsraum mit seinen kunstvollen Ornamenten, arabischen Schriftzügen und farbigen Verzierungen. Da diesmal mehr Zeit zur Verfügung stand, konnten die Jugendlichen die Räume viel genauer erkunden. In einer Kreativphase suchten sie sich einzelne Details der Moschee aus und hielten diese zeichnerisch fest. Mit großer Konzentration entstanden dabei zahlreiche Skizzen und kleine Kunstwerke. Herr Cetindere zeigte sich von den Ergebnissen begeistert und prämierte sogar einige der gelungensten Zeichnungen.

Gerade das intensive Beobachten führte anschließend zu vielen vertiefenden Fragen. In der Gesprächsrunde entwickelten sich lebendige Diskussionen über Gebet, Traditionen, Rollenbilder und das Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen. Die Offenheit, mit der gefragt und geantwortet wurde, machte den Vormittag für alle Beteiligten besonders wertvoll.

Zum Abschluss erhielten die Schülerinnen und Schüler noch eine kleine Stärkung in Form von Datteln, bevor es mit vielen neuen Eindrücken und Gesprächsthemen wieder zurück nach Lichtenfels ging.

Andreas Mahr
gepostet am 27. April 2026