Nun schon zum dritten Mal durften unsere Französisch-Schüler am alljährlich vom Institut français ausgeschriebenen „Cinéfête“ teilnehmen. Zu diesem Schulfilmfestival steht eine Auswahl an prämierten französischsprachigen Filmen zur Auswahl, die dann in den teilnehmenden Kinos gezeigt werden.
Die überragende Mehrheit der Schüler war sich einig: „Un p’tit truc en plus“ sollte es sein und in Zusammenarbeit mit der Neuen Filmbühne Lichtenfels war es dann am 9. Januar soweit. Nach der 3. Stunde machten sich 100 Französisch-Lerner mit ihren Lehrkräften auf den Weg ins Kino und genossen einen von der ersten Minute an unterhaltsamen, anfangs lustigen und dann mehr und mehr rührenden Film, der die nächsten knapp 2 Stunden wie im Flug vergehen ließ.
Darin geht es um ein zwei Kleinganoven (Vater und Sohn), deren Fluchtwagen leider von dem Behindertenparkplatz vor dem Ort ihres Verbrechens abgeschleppt wurde. Ausgerechnet eine Gruppe von Behinderten, die mit ihren Betreuern auf den Weg in den Urlaub in einer entfernt gelegenen Hütte sind, bietet den beiden die rettende Fluchtgelegenheit. Auch wenn sich der Sohn als Behinderter und sein Vater als sein Betreuer ausgibt, um unentdeckt zu bleiben, wirkt der Film in keinem Moment herablassend oder beleidigend, sind doch die Betreuten selbst die ersten, die die Tarnung der beiden Ganoven durchschauen, aber ihren Betreuern gegenüber dichthalten, um mit den zwei Kleinkriminellen „den Sommer ihres Lebens“ zu erleben. Am Ende gibt es natürlich ein Happy-Ende, an dem sogar noch einmal etwas Weihnachtsfeeling aufkam. Ein perfekter Wiedereinsteig nach den Weihnachtsferien also! Merci!
Und weil’s so schön war, spielte die Filmbühne Lichtenfels auch noch den Zweitwunsch unserer Schüler. „Gagarine“ lief am 29.01. um 18 Uhr. – Diesmal waren wirklich alle eingeladen!
In diesem Film geht es um das Pariser Vorstadtviertel „Gagarine“, ehemals Vorzeigeprojekt für den sozialen Wohnungsbau und von Yuri Gagarin persönlich eingeweiht, heute ein so heruntergekommener und vernachlässigter Häuserblock, dass er komplett abgerissen werden soll. Dagegen wehrt sich der Jugendliche Yuri, benannt nach dem berühmten Astronauten. Er organisiert Reparaturarbeiten im ganzen Gebäude und opfert dafür sogar den Schmuck seiner Mutter. Als alles nichts nützt und die Bewohner nach und nach das Gebäude räumen, bleibt er schließlich allein zurück und träumt sich immer mehr in eine Welt, in der er als Astronaut wie sein Held in einer Raumkapsel lebt. Auch hier gibt es ein dramatisches Happy-End mit einer kleinen Liebesgeschichte und einem guten Einblick in das Leben im Banlieue.
Wir sind gespannt, welcher Film uns nächstes Jahr erwartet. Alors à la prochaine!