Nach über einem halben Jahr Distanzunterricht ist es endlich soweit: Mit großer Freude präsentieren einige engagierte Mitglieder der Umwelt-AG des Meranier-Gymnasiums die Fahne und die Urkunde der Auszeichnung als Umweltschule. Diese Anerkennung erhielt die Schule für ihr Engagement im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung im Schuljahr 2019/2020.

MGL als Umweltschule: Es freuen sich die fleißigen Mitglieder der Umwelt-AG zusammen mit den betreuenden Lehrkräften Sabine Christof und Christian Häfner sowie dem Schulleiter Thomas Carl.

Dabei mussten zwei Handlungsfelder zum Thema Umwelt und Nachhaltigkeit bearbeitet und in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. Das erste Handlungsfeld waren Maßnahmen zur Müllvermeidung und Mülltrennung. Es wurden Mülltrennbehälter in der Aula und mittlerweile auch im Lehrerzimmer aufgestellt und die Mitglieder der Umwelt-AG besuchten alle 5., 6. und 7. Klassen im Unterricht um zu erklären, warum man Müll vermeiden soll und wie man Müll richtig trennt. Das zweite Handlungsfeld „Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Biologischen Vielfalt“ begann zunächst mit Wissensvermittlung: Die Umwelt-AG führte am traditionellen Weihnachtsbasar ein Klimaquiz mit tollen Preisen durch und bereitete den Vortrag der Multivision „Energievision 2050“ für die ganze Schulfamilie vor. Dabei konnten dann die Schüler*innen konkrete Fragen zum Thema Energie und Klima sammeln und dem Referenten bei der Veranstaltung stellen. Eine vor allem bei den jüngeren Schülern beliebte Aktion der Umwelt-AG war der Pausenverkauf einmal die Woche: Es wurden Hefte und Blöcke aus recyceltem Papier und die Gute Schokolade von „Plant for the Planet“ verkauft. Alle weiteren Pläne, wie z.B. Bäume pflanzen oder Blühstreifen an der Schule anlegen, fanden dann coronabedingt leider nicht mehr statt.

Aber auch im neuen Schuljahr 2020/2021 gibt es wieder eine Umwelt-AG mit hochmotivierten Mitgliedern, die sich mit Feuereifer für den Umweltschutz einsetzen. Während die Klassen 5-10 von Dezember bis Juni im Distanzunterricht waren, organisierte die Umwelt-AG die „MGL-Umweltschutz Challenge“: Schaffen wir am MGL zusammen 1000 Aktionen für unsere Erde? Unter den Teilnehmer*innen werden 100 umweltfreundliche Preise (gestiftet vom Elternbeirat und Verein der Freunde und Förderer) vergeben und die Umwelt profitiert von jeder einzelnen Aktion. Ob wir die 1000 Aktionen erreichen, wird sich zeigen. Jedenfalls ist jetzt schon klar: Wir sind Umweltschule, jeder für sich und doch alle zusammen.

Über 100 Schüler*innen der Q11 warteten am 14.06. in der Turnhallte gespannt auf Emmi Zeulner, MdB, die, anlässlich des Europatags, trotz ihres vollen Terminkalenders eine Stunde Zeit fand, sich und ihre Arbeit vorzustellen sowie Fragen zu beantworten. Doch von Termindruck keine Spur – gut gelaunt und gelassen begrüßte sie ihre Zuhörer*innen und startete sogleich mit einem Bericht über ihre Tätigkeiten in Berlin und natürlich in ihren Heimatwahlkreisen Lichtenfels, Kulmbach und Bamberg-Land.

Die Schüler*innen der Q11 beim Vortrag von MdB Emmi Zeulner in der Sporthalle.

Die Vielfältigkeit ihrer Aufgaben, z. B. im Gesundheitsausschuss des Bundestags oder auch vor Ort in den Wahlkreisen, erfordert großes Engagement und stellt auch eine große Verantwortung dar. Genauso wie ihr Mandat als Abgeordnete benötigt die Betreuung ihrer kleinen Tochter ihren gesamten Einsatz und Herzblut. Diese Begeisterung für ihre Tätigkeiten und das Engagement für Themen, die ihr besonders am Herzen liegen, z. B. eine Reform unseres Pflegesystems, sprang förmlich auf das Publikum über. Die ehemalige Korbstadtkönigin berichtete lebhaft aus vielen Situationen sowohl als Abgeordnete als auch als Mutter, wodurch das Eis schnell brach und die Schüler*innen auch gerne das Angebot annahmen, im Anschluss interessierte Fragen zu stellen. Bereitwillig nahm sich Emmi Zeulner Zeit, die Fragen aus verschiedensten Themenbereichen, z. B. zur Zukunft der EU oder der Verhältnismäßigkeit der Corona-Maßnahmen, zu beantworten.

MdB Emmi Zeulner in der Sporthalle des MGL.

Dabei äußerte sie neben fachkundigen Aspekten auch ihre persönliche Meinung zu einigen Ereignissen. Besonders deutlich wurde immer wieder, wie wichtig es ist, sich für Demokratie und Werte einzusetzen. Auch und gerade als junger Mensch lohnt es sich, an der Zukunft des eigenen Heimartortes, des Landes oder Europas mitzuarbeiten.

Ein herzliches Dankeschön an Frau Emmi Zeulner, MdB, für diese interessante und kurzweilige Stunde.

V.l.n.r StRin Miriam Tischer-Arlt, Anna Wunderlich aus der Q11, Schülersprecher Marcel Spath aus der Q11, MdB Emmi Zeulner und Schulleiter OStD Tom Carl bei der Danksagung.

Voller Stolz schaut StD Matthias Bergmann die Tabelle des Moesa Chess Festivals am Lagh Doss in der Schweiz an. Sein Zögling aus vielen Jahren Schachgruppe am MGL, Tobias Kolb aus der 10a, hat dieses Turnier für sich entscheiden können.

In 1.652 m Höhe in atemberaubend klarer und kalter Luft konnte Tobias immer einen kühlen Kopf bewahren, was für das Schachspiel sicherlich einträglich ist. So sicherte er sich nicht nur einen stattlichen Geldpreis, sondern erfüllte sich einen lange gehegten Traum: Er darf sich ab sofort FIDE – Meister nennen, ein Titel, den man mit Spielstärke ELO 2300 erhält. Tobias ist damit aktuell der jüngste FIDE-Meister in Bayern! Dazu gratuliert auch die Schulleitung des MGL ganz herzlich. OStD Thomas Carl verbindet damit die Hoffnung, dass Schach an der Schule weiteren Zuwachs erhält, Tobias Kolb als Vorbild und als unterstützender Co-Trainer von StD Bergmann kann hierfür nur förderlich sein.

Herzlichen Glückwunsch Tobias!

Am Montag, den 07.06.21 war es endlich so weit. Nach sechs langen Monaten durften alle Schüler*innen wieder persönlich ihre Schule betreten. Groß war die Freude auf allen Seiten über das Wiedersehen. Endlich ist der Unterricht wieder ganz real möglich nicht nur digital am Bildschirm und in Distanz zu Mitschüler*innen und Lehrer*innen.

v.l.n.r. Schülersprecherin Emely Huber, Schülersprecher Marcel Spath, Schulleiter OStD Carl und Schülersprecher Nils Erhardt bei der Präsentation der Bleistifte für die Schüler*innen des MGL. In der Spitze befindet sich ein Samen, der nach Benutzung des Stifts eingepflanzt werden kann.

Zu diesem Anlass bekamen alle Schüler*innen auch ein ganz reales, nützliches Willkommensgeschenk durch die Schülersprecher*innen überreicht, einen Bleistift mit Willkommensgruß. Dieses Geschenk soll nicht nur beim Schreiben daran erinnern, wie schön es ist, wieder in der Gemeinschaft zu lernen, sondern er enthält auch noch ein verstecktes, nachhaltiges Geschenk: Im Endstück des Stiftes sind Blumensamen enthalten, die eingepflanzt werden können. Auf diese Weise kann er auch langfristig, wenn die Blumen schließlich blühen, an den „ersten“ Schultag nach dem Lockdown erinnern und damit die Freude ein bisschen verlängern.

Der Distanz- bzw. Wechselunterricht hat uns als Schulfamilie in den letzten Wochen und Monaten begleitet. Sowohl für die Lehrkräfte, als auch die Schüler*innen galt es, neue Herausforderungen zu meistern. Abwechslung, Anschaulichkeit und inhaltliche Vorgaben sollten bedacht und bewahrt werden. In Online-Konferenzen führten die Lehrkräfte den Unterricht mit einigen Einschränkungen aber sicher auch Verbesserungen fort. Sie waren für die Schüler*innen Ansprechpartner und Stoffvermittler. Aber auch der Spaß durfte dabei nicht zu kurz kommen.

Neben der Möglichkeit, in Microsoft-Teams Gruppenräume für die Schüler*innen zu erstellen, um so die gewohnten Sozialformen wie Gruppen- oder Partnerarbeiten nachzuempfinden, gab es kurz vor den Ferien für einige Schüler*innen die Möglichkeit, eine Computer-Spielwelt mit ihrer vorher selbst erstellten Spielfigur zu besuchen und dort auf Entdeckungsreise zu gehen.

Zwei Schüler*innen und die Lehrkraft in der Spielwelt „Klassenzimmer“. Nähern sich die Figuren, wird automatisch ein Videochat zwischen ihnen eröffnet. Link zum Ausprobieren: Klassenzimmer Ph 11

Die Idee ist einfach: Die gesamte Schulklasse steuert ihre Spielfigur in einer vorher erstellten Spielelandschaft umher. Treffen sich zwei oder mehrere Personen, wird automatisch ein Videochat eröffnet, sodass die Jugendlichen untereinander oder sogar zusätzlich mit der Lehrkraft reden können. An vorher festgelegten Flächen in der Welt befinden sich dann Aufgaben, die per iFrame eingebunden und dabei interaktive Aufträge beinhalten oder klassisch Aufgaben zum Bearbeiten bereitstellen.

Einer der interaktiven Arbeitsaufträge auf einem miro-Board. Die Schüler*innen können dabei die schwarzen Buttons frei bewegen und durch Pfeile Verbindungen zwischen ihnen herstellen.

Eine von zwei Spielwelten ist dabei einem Klassenzimmer nachempfunden. An sechs Tischen, die neben dem eigentlichen Plenarbereich stehen, finden sich für die 11. Klasse Physik Aufträge zur elektromagnetischen Induktion, der speziellen Relativitätstheorie oder dem elektrischen Schwingkreis. Die Schüler*innen suchen sich in beliebigen Gruppen ihren favorisierten Arbeitsauftrag aus und beginnen mit der Bearbeitung. Die Lehrkraft steuert ihre Spielfigur dabei auch und kann sich, wie bei einer normalen Gruppenarbeit, frei im Klassenzimmer bewegen. Bei Nachfragen nähert sie sich einer der Arbeitsgruppen und kann so dem dortigen Videochat beitreten.

Der Original-Pausenhof und sein virtueller Nachbau. Irgendwo darin sind die Arbeitsaufträge versteckt! Link zum Ausprobieren: Pausenhof Meranier-Gymnasium Mathe 10

Die zweite Spielwelt ist dem Pausenhof des Meranier-Gymnasiums nachempfunden und greift die Idee einer Schnitzeljagd auf. Die Arbeitsaufträge sind nicht klar gekennzeichnet, sondern irgendwo auf den Feldern der Gamingwelt versteckt. Aufgabe der 10.-Klässler*innen ist es hier, ihr spürsinniges und mathematisches Können unter Beweis zu stellen und die drei versteckten Aufgaben zu bearbeiten.

Die Spielwelten können aktuell auch von Nicht-Schüler*innen zum Ausprobieren betreten werden. Einfach auf folgende Links klicken, einen Gaming-Avatar erstellen und selbst nach Aufgaben suchen. Vielleicht findet man ja auch die Möglichkeit, einen tierischen Begleiter zu erstellen. Aber Achtung! Tiere sind im Klassenzimmer verboten!

Pausenhof Meranier-Gymnasium Mathe 10

Klassenzimmer Ph 11

Der Lucas-Cranach-Campus in Kronach empfing vor kurzem die ersten Studierenden im Masterstudiengang „Autonomes Fahren“. Geleitet von Prof. Georg Arbeiter wird nicht nur die Zukunft der selbständigen Fortbewegung beleuchtet, sondern viel allgemeiner autonome Systeme in den Mittelpunkt der Forschung gestellt.

Prof. Arbeiter nutzt dabei für Veranschaulichungs- und Forschungszwecke den vom Meranier-Gymnasium während der Schuljahre 2019-2021 konstruierten Prototypen eines autonom fahrenden Range Rover Evoque. Das Fahrzeug im Maßstab 1:6 wurde damals von zehn Schüler*innen des P-Seminars Physik im 3D-Druck-Verfahren digital konstruiert, angepasst und dann in vielen Einzelteilen ausgedruckt. Auftraggeber und Kontakt aus der Wirtschaft war damals die Firma Valeo Schalter und Sensoren GmbH aus Kronach.

Yusuf Firat und Anna-Lena Menzel beim Abmessen einer der Seitenscheiben während der Konstruktion im Oktober 2020 am Meranier-Gymnasium. Im Hintergrund v.l.n.r Ernest Kulekin, Johannes Vogel und Leon Sommer.

Als ehemaliger Mitarbeiter von Valeo verwundert es nicht, dass Herr Prof. Arbeiter seine guten Kontakte zur Firma nutzte um an die Baupläne des kleinen Fahrzeugs zu gelangen. Der Zwilling des damals vom P-Seminar produzierten Fahrzeugs war so schnell erneut im 3D-Druck-Verfahren hergestellt.

Das Meranier-Gymnasium freut sich, dass ein in der eigenen Schule umgesetztes Projekt eine so weitreichende Anwendung findet. Der Firma Valeo war ein Prototyp übrigens nicht genug. Intern werden aktuell fünf weitere, baugleiche Fahrzeuge hergestellt und im kommenden Schuljahr folgt ein weiteres P-Seminar, wieder geleitet von Herrn StR Johannes Mann: verlangt ist ein Nachbau des bereits jetzt auf den Kronacher Straßen halb-autonom fahrenden Shuttles.

Dieser Artikel stellt eine Fortsetzung zum im Dezember veröffentlichten Blog-Beitrags Autonom fahrendes Auto aus dem 3D-Drucker dar.

Artikel hierzu in der Presse:

Neue Presse Coburg

Die Weihnachtsbaumaktion der SMV war ein voller Erfolg. Trotz der besonderen Umstände und des Ausfalls des Weihnachtsbasars konnten wir durch den Verkauf der selbstgebastelten Deko eine unglaubliche Summe von rund 1000 Euro erzielen. Mit den gesammelten Spenden wurde schon seit Januar einigen Familien in Lichtenfels ein bisschen geholfen, was gerade jetzt in dieser schwierigen Zeit ein Zeichen des Zusammenhaltes ist.

Bei den vielen Helfern, die eifrig gebastelt und dekoriert haben, und natürlich für die großzügige Spende der Schulfamilie bedankt sich Frau Pfarrerin Anne Salzbrenner ganz herzlich.

Wir hoffen auf noch viele weitere hilfreiche Aktionen, die auch vielleicht bald wieder unter gewohnten Bedingungen stattfinden können.

Ihre/Eure Schülersprecher*innen stellvertretend für die SMV

Auch mehr als ein Jahr nach dem offiziellen Abschluss des Seminars unter der Leitung von StD Manfred Brösamle-Lambrecht erfährt es nun auch auf Bundesebene höchste Anerkennung. Die Bundeszentrale für politische Bildung verleiht am 27.4., von 16.00 bis 17.30 Uhr dem dem Eigenen Youtube-Kanal im Rahmen des Wettbewerbs „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ den Preis an die Beteiligten.

Ganz herzlich sind alle Interessierten eingeladen, der Online-Veranstaltung beizuwohnen, bei der zwei Schüler*innen des Seminars dieses kurz vorstellen und anschließend Rede und Antwort stehen werden.

Herzlichen Glückwunsch zu dieser herausragenden Leistung!

Facebook Live Veranstaltung Bündnis Demokratie
YouTube Live Veranstaltung

Einladung zur Preisverleihung als PDF

Als Samuel Kohn 1907 die Schule mit begründete, aus der das heutige Meranier-Gymnasium hervorging, konnte er nicht ahnen, dass auch seine Familie 114 Jahre später mit im Zentrum einer außerordentlichen und denkwürdigen Veranstaltung stehen würde.

Was im September 2019 mit dem P-Seminar „Stolpersteine“ begann, fand am 25. März 2021 einen würdigen Abschluss, allerdings nicht wie geplant als große Präsenzveranstaltung, sondern coronakonform auf der Plattform des CHW (Colloquium Historicum Wirsbergense), wo uns dank der Hilfe von Professor Dr. Dippold ein würdiger Rahmen mit einer ebensolchen Moderation ermöglicht wurde. Dafür sei an dieser Stelle schon einmal großer Dank gesagt.

Es war eine Reise zurück in das 20. Jahrhundert, in das kleine Lichtenfels mit seinen mehr als 30 jüdischen Familien, unter anderem eben auch der Familie Kohn, die 14 Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Seminars unternahmen. Viel Recherchearbeit war zu leisten, altes Zeitungsmaterial wurde gesichtet, im Internet geforscht, Bildmaterial musste gefunden werden und die Texte für die Homepage der Stadt Lichtenfels namens „Stolpersteine“ wurden von den Schülerinnen und Schülern in Deutsch und Englisch geschrieben.

Höhepunkt des Seminars war aber sicherlich jener Donnerstag, der 25. März 2021, an dem fünf Schülerinnen und Schüler „ihre“ vier Familien und deren Schicksale einer interessierten Öffentlichkeit präsentierten und wo sich Interessierte und Nachfahren von England über Amerika bis nach Argentinien im digitalen Raum trafen. Was für ein Ereignis! Über vierhundert Teilnehmer wurden gezählt, und wer die Veranstaltung nachempfinden möchte, kann sich die Aufzeichnung unter https://vimeo.com/530066529 ansehen.

Hier sollen nun kurz die vier während des Zoom-Meetings vorgestellten Familien und ihre Laudatoren erwähnt werden. Nähere Informationen und weitere behandelte Biografien findet man auf der Seite www.stolpersteine-lichtenfels.de.

Familie Pauson (vorgestellt und recherchiert von Bastian Girschke und Paul Dörrzapf)

Das Bild zeigt die Familie Pauson, Vater Robert, Mutter Emilie und die Tochter Margit im Jahre 1938 nach einer Rückkehr aus dem Urlaub in Italien. Kurz darauf gelang es Emilie Pauson, mit ihrer Tochter nach England zu fliehen, wo der Ehemann sich auf Geschäftsreise befand. Emotionales Highlight des Abends am 25. März war die virtuelle Anwesenheit von Margit Pauson Vercoe, einer heute 93-jährigen alten Dame (das 10-jährige Mädchen auf dem Foto!), und ihren beiden Kindern, die uns in deutscher Sprache begrüßten.

Willy Marchand (recherchiert und vorgestellt von Andreas Franke)

Willy Marchand war Opfer der „Aktion T4“ (Ermordung von über 70.000 Behinderten) und wurde 1940 in Hartheim bei Linz ermordet, nachdem er vorher knapp fünf Jahre in Kutzenberg verbracht hatte.

Familie Grünhut (recherchiert von Annika Steiner und Luca Förtsch, vorgestellt von Luca Förtsch)

Familie Grünhut im Jahr 1928 vor ihrem Geschäft, heute ist hier die Firma Deuber Moden.

Luca Förtsch stellte das Leben von Sally Grünhut vor, der 1939 mit seiner Tochter und deren Ehemann in die USA auswandern konnte. Auch hier war es uns eine große Freude, Margie Wolfe, die Urenkelin von Sally, die stets eine große Unterstützung bei der Recherche war, und viele weitere Verwandte begrüßen zu dürfen.

Familie Kohn (recherchiert von Christian Robisch und Max Skotnica, vorgestellt von Marie Weisser)

Und hier schloss sich nun der Kreis, denn auf diesem Bild, aufgenommen 1934 im heutigen Altbau des Meranier-Gymnasium Lichtenfels, sieht man den jungen Walter Kohn (erste Reihe, 2. v.r.). Er war der letzte jüdische Schüler an der „Hans-Schemm-Realschule“, bis man ihn trotz herausragender Leistungen Ostern 1936 wegen seiner Herkunft der Schule verwies. Er schaffte mit seiner Mutter die Flucht aus Deutschland und wurde später Professor für Ökonomie und Politische Wissenschaften an der Illinois State University in den USA.

Schon das Foto von 1934 will genauer gelesen werden: Viele der Schülerinnen und Schüler tragen HJ- bzw. BdM-Uniformen (sie sitzen folgerichtig blockweise), der Lehrer hat einen Hitlerbart, an der Wand hängen Portraits von Hitler und Hindenburg. Walter Kohn blickt skeptisch und verschränkt (als einziger) die Arme – eine Geste der Abwehr. Seine Tochter Sharon, auch ihr gilt unser großer Dank für ihre Unterstützung, nahm am 25. März 2021 an der Online-Konferenz teil.

So bleibt es nur noch, allen Beteiligten große Anerkennung auszusprechen für knapp zwei Jahre intensive Arbeit, eine gelungene Homepage und eine eindrucksvolle Präsentation. Hoffen wir nun, dass die Stolpersteine 2022 in einer öffentlichen Zeremonie verlegt werden können.

Das P-Seminar Chemie wollte in der Öffentlichkeit auf dem Marktplatz Chemie anhand spannender Experimente vorstellen. Die Pandemie kam dazwischen. Alle Vorbereitungen und Ideen konnten genutzt werden, um einen Film zu erstellen: Die Szene ‚Blitzeis‘ zeigt beispielhaft, wie ein Standard-Schauversuch ausgestaltet werden kann, um Interesse und Staunen bei den Zuschauern zu bewirken.

Auch vom Distanzunterricht lassen wir uns die Freude am Experimentieren nicht nehmen.

Im derzeit stattfindenden Distanzunterricht haben die Schüler der siebten Jahrgangsstufe die Möglichkeit genutzt zu Hause Experimente durchzuführen und ihre eigenen Dokumentationen hochzuladen. Anschließend konnte die ganze Klasse über die Ergebnisse diskutieren.

Experimentelle Hausaufgaben stellen in dem naturwissenschaftlichen Fach Physik eine Möglichkeit dar, den Forschergeist bei den Schülern zu wecken. Das funktioniert in der Phase des Distanzunterrichts natürlich besonders gut mit Themen, die sehr nah am Alltag liegen bzw. mit Versuchen, die mit haushaltsüblichen Materialien durchgeführt werden können.

Im Folgenden können Sie ein Video sehen, in dem Alessio Popp (Klasse 7b) einen kleinen Elektromagneten gebaut hat. Damit zeigt er die magnetische Wirkung des elektrischen Stroms.