Vier unkonventionelle, sehr unterhaltsame Theateraufführungen

Ganze vier Mal hieß es am ersten Juliwochenende am MGL „Bühne frei!“. Die TheaterAG hatte in diesem Jahr so viele Mitglieder, dass sie kurzerhand zwei Stücke auf die Beine stellte, die in einem Double-Feature jeweils am 3.7. und 4.7.26 zu sehen waren.

Los ging es nachmittags mit dem „Laufkrimi mit Gartenzwerg“ des Unterstufentheaters. Das Schulhaus verwandelte sich in die Bühne, sodass an mehreren Orten kleine Szenen gezeigt wurden. Das Publikum war sportlich gefordert und pendelte zu Fuß zwischen den einzelnen Spielorten. Gezeigt wurde eine Eigenproduktion mit vielen kreativen Elementen, die die Talente der einzelnen Darstellenden betonten. So waren neben kaffeesüchtigen Polizistinnen z.B. auch ein betrunkener Gartenzwerg, ein zwischen den Eltern zerrissenes Entführungsopfer und eine diebische Verkäuferin zu bestaunen. Dies alles verflocht sich zu einem kurzweiligen Krimi, der manche Frage offenließ, aber auf jeden Fall Spannung und Unterhaltung garantierte.

Spannend wurde es auch in der Abendveranstaltung des Mittelstufentheaters. Frei nach einem Jugendroman zeigten die 18 Schauspielenden unter dem Titel „Lügst du?“ die Aufklärung eines mysteriösen Mordfalls: Zunächst sieht alles nach einem tragischen Unfall aus. Fünf Jugendliche der Bayview High müssen gemeinsam nachsitzen. Doch nur vier von ihnen werden den Nachmittag überleben: Simon stirbt an einem allergischen Schock, den offenbar Erdnussöl in seiner Wasserflasche ausgelöst hat. Doch wie kam das Erdnussöl dort hinein und warum waren ausgerechnet an diesem Tag keine Epipens im Krankenzimmer vorhanden? Die Hinweise verdichten sich, dass das alles kein Zufall gewesen sein kann und die vier anderen stehen plötzlich unter Mordverdacht. Feinde hatte Simon genug: Seit Jahren betrieb er einen Blog, in dem er intimste Geheimnisse anderer auf boshafte Weise öffentlich machte. Doch reicht das wirklich als Mordmotiv aus? Und was haben die Bayview-Four, wie die Tatverdächtigen bald genannt werden, selbst zu verheimlichen?

Auf zwei Bühnen, einer Leinwand und im Zuschauerraum wurde die Geschichte intensiv und empathisch gespielt und mit starken, selbst entwickelten Dialogen dargestellt. Der lange Applaus am Schluss krönte einen erfolgreichen Theaterabend.

Christina Kollmer
gepostet am 7. Juli 2026